Eisstock-Sportler trotzen bei WM in Bayern dem Virus

Dass die Stocksport-WM in Regen (Bayern) trotz Coronavirus über die Bühne ging, sorgte auch bei den Hauptdarstellern selbst für Stirnrunzeln.

Die österreichischen Herren holten Gold im Mannschaftsspiel. Es war die dritte BÖE-Goldene nach 1987 und 2016.
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Von Tobias Waidhofer

Philipp Baumgartner
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Regen –Viermal Gold, fünfmal Silber und einmal Bronze – so lautete die beeindruckende Medaillenbilanz der rot-weiß-roten Stocksportschützen bei der WM in Regen (GER). Einer Weltmeisterschaft, die – im Gegensatz zum Großteil der restlichen Sportwelt – sich nicht dem Ausbruch des Coronavirus beugen wollte. „Es war schon sehr speziell“, erzählt der Tiroler Matthias Taxacher vom EV Angerberg, der sich Gold (Zielbewerb Team) und Bronze (Einzel Ziel) sichern konnte. „Zweimal am Tag gab es Updates, keiner wusste, wie es weitergeht. Aber sie wollten es offensichtlich unbedingt durchziehen.“ Das Programm wurde gestrafft, ab dem dritten Tag wurden dann keine Zuschauer mehr zugelassen und Gesundheitstest angeordnet – allerdings nur für die Südtiroler Athleten. „Das war Augenauswischerei“, meinte Taxacher, der sich gestern bereits wieder bei der Familie im Unterland einfand.

Die Titelkämpfe in Bayern waren die letzten für den 38-Jährigen, der sich künftig auf seinen EV Angerberg konzentrieren wird. „Es war ein schöner Abschluss. Aber noch schöner wäre Einzel-Gold gewesen.“ Denn irgendwie bleibt Taxacher auch ein Unvollendeter – denn seine vier WM-Titel gelangen ihm alle mit dem Team. „Einmal Vierter, einmal Dritter, einmal Zweiter“, hat Taxacher seine WM-Ergebnisse im Einzel sofort parat.

Große Emotionen und ein Abschied von der großen Bühne
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Landsfrau Kerstin Acherer beendete gestern mit Silber im Mannschaftsspiel (gemeinsam mit der zweiten Tirolerin Kathrin Triendl) und eigens design­tem T-Shirt ebenfalls ihre Nationalteamkarriere. Sie blickt auf EM-Gold 2019 und WM-Gold 2018 und eine „spezielle“ letzte WM in Regen zurück.

Kathrin Triendl und Kerstin Acherer (links)
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