Niedergelassene Ärzte setzen auf Telefon und Telemedizin

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Wiens niedergelassene Ärzte sind buchstäblich im Dienst. Sie werden aber zur Vermeidung nicht unbedingt notwendiger direkter Patientenkontakte vermehrt „telefonisch“, „elektronisch“ bzw. „telemedizinisch“ arbeiten. Entsprechende Informationen hat die Wiener Ärztekammer auch in der Nacht auf Montag herausgegeben. Ähnlich dürften auch die anderen Landesärztekammern verfahren.

„Patientenkontakte auf das Notwendigste reduzieren“, heißt es in dem Schreiben. „Aus medizinischen Gründen ist zu raten, nicht dringend notwendige ärztliche Kontakte zu vermeiden und Untersuchungen, Behandlungen, etc., die nicht dringend oder zeitgebunden sind, nicht durchzuführen und Patienten abzusagen bzw. diese Termine zu verschieben“, teilte die Ärztekammer mit. Ordinationen sollten von Patienten „nur nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden“.

Natürlich wird die Betreuung von Patienten mit dringendem Bedarf voll aufrechterhalten. „Versorgen Sie: Notfall- und Akutpatienten“, heißt es in dem Schreiben. Aber „Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen sowie Untersuchungen von (gesunden; Anm.) Schwangeren“ sollten vorläufig unterbleiben. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sollten einstweilen verschoben werden. Impfungen können verabreicht werden.

Möglichst wenige Mitarbeiter der Arztpraxen sollten selbst Patientenkontakte haben. In Großpraxen sollte das parallele Arbeiten am besten vermieden werden.

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Überweisungen von Patienten an Spitäler sollten nur unter dringenden Bedingungen erfolgen. Bei Überweisungen an Ambulanzen sollte vorher sichergestellt werden, dass diese Einrichtungen geöffnet sind. Sonst werden in der nächsten Zukunft viele Arztkontakte im niedergelassenen Bereich per Telefon, Skype, E-Mail etc. ablaufen.

Neuigkeiten gibt es auch bei den Arzneimittelverschreibungen. Prinzipiell sollen Medikamente nur „im normalen Umfang“ verschrieben werden. Pharmaindustrie, pharmazeutischer Großhandel sowie Apotheken haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass die Versorgung gesichert ist. Es gibt auch keine Medikamente, die man gegen eine SARS-CoV-2-Infektion selbst hamstern könnte, weil derzeit noch keine spezifisch wirksamen Therapien zugelassen sind. Für die üblichen Cholesterinsenker, Blutdruckmedikamente, Antidiabetika etc. besteht wegen des neuen Coronavirus kein erhöhter Bedarf.

Die Ereignisse rund um Covid-19 beschleunigen offenbar auch den Umstieg auf das elektronische Rezept. „Sozialversicherung und Arztsoftwarehersteller arbeiten mit Hochdruck an einer kurzfristigen Lösung, dass elektronische Rezepte elektronisch von den niedergelassenen Ärzten an die Apotheke übermittelt werden können“, teilte die Wiener Ärztekammer mit. Dies werde einerseits über die E-Medikation funktionieren, soll aber auch per E-Mail oder Fax an die Apotheke möglich werden. Das elektronische Rezept wird es wahrscheinlich ab 18. März geben. „Bis dahin können Sie ab Montag, 16. März 2020, nach telefonischem Kontakt mit dem Patienten ein Rezept per Fax oder E-Mail an die betreffende Apotheke schicken“, teilte die Wiener Ärztekammer den niedergelassenen Ärzten mit. Über den Zeitraum der Pandemie hinweg fällt laut Wiener Ärztekammer die Bewilligungspflicht für die meisten Arzneimittel (Chefarztpflicht).

Besondere Empfehlungen und Regelungen gibt es für Kassenärzte, die selbst zur Risikogruppe (über 60, chronische Grunderkrankungen etc.). Sie sollten am besten nur im telefonischen-/telemedizinischen Einsatz stehen. Und schließlich werden weiterhin Ärzte für die Mitarbeit beim Wiener Ärztefunkdienst gesucht. Auch dort kann teilweise im rein telemedizinischen Bereich gearbeitet werden.


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