„Rosshütte in Seefeld braucht nun Stabilität“

Der Aufsichtsratschef der Bergbahnen Rosshütte sieht keinen Grund, BM Werner Frießer als Vorstand abzusetzen – wie es die Opposition fordert. Die Stimmung im Aufsichtsrat sei allerdings zwiegespalten.

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Den Bergbahnen Rosshütte drohe wirtschaftlicher Schaden, sollte Werner Frießer abgesetzt werden, sagt AR-Chef Wolfgang Rauth.
© TVB Seefeld

Von Denise Daum

Seefeld –Seit 15 Jahren führt Werner Frießer als Vorstand die Bergbahnen Rosshütte. Ende April läuft sein Vertrag aus, der bislang jeweils auf drei Jahre befristet verlängert wurde. Die Bestellung des Vorstands obliegt allein dem Aufsichtsrat, wenngleich die Gemeinde Seefeld mit über 90 Prozent Hauptaktionärin ist. Die Opposition, die im Gemeinderat über die Mehrheit verfügt, verlangte zuletzt, Bürgermeister Werner Frießer als Vorstand abzusetzen (die TT berichtete). Sepp Kneisl, der sich als Sprecher der Opposition bezeichnete, machte als Grund dafür mangelndes Vertrauen gegenüber Frießer geltend.

Für Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Rauth gibt es indes keinen Grund, Werner Frießer abzusetzen. „Er macht einen guten Job. Mir wurde kein stichhaltiges, sachliches Argument geliefert, warum wir ihn nicht wiederbestellen sollten.“ Der Bilanzverlust lasse sich auf die enormen Investitionen der vergangenen Jahre zurückführen, denen wiederum zwei schwache Winter gefolgt seien. Trotz Bilanzverlust sei der Cashflow positiv, stellt Rauth klar.

Die Aufsichtsratssitzung, mit dem Tagesordnungspunkt „Bestellung eines Vorstands“, ist für morgen Donnerstag anberaumt. Rauth überlegt, ob die Sitzung mit neun Personen (sieben Aufsichtsräte, Vorstand und Prokurist) stattfinden soll. „Ich tendiere dazu, die Sitzung abzuhalten, mit Vorsichtsmaßnahmen wie ausreichendem Abstand zwischen den Teilnehmern“, erklärt Rauth. Denn die Zeit drängt aufgrund einzuhaltender Fristen. Sollte eine Wiederbestellung keine Mehrheit finden, muss die Position ausgeschrieben werden.

Angespannt und zwiegespalten

Die Stimmung im Aufsichtsrat bezeichnet Rauth als angespannt und zwiegespalten. „Ich kann nicht voraussagen, wie die Abstimmung ausgeht.“ Sollte Frießer tatsächlich abgesetzt werden, würde das für den Betrieb einen „wirtschaftlichen Schaden bedeuten. Wir sind aufgrund der Corona-Krise in einer prekären Situation und haben Einnahmenverluste. Niemand weiß, wie die Sommersaison läuft. Die Rosshütte braucht nun Stabilität“, betont Rauth.

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Rauths Stellvertreter ist Alexander Schmid, der als Aufsichtsrat und Gemeinderat zwischen zwei Stühlen sitzt, wie er selbst sagt. „Ich kann mir eine Wiederbestellung vorstellen, Frießer hat keinen schlechten Job gemacht. Ich höre aber auch jene Stimmen im Gemeinderat, die das anders sehen.“ Schmid möchte einen Konsens erzielen und eine Friedenslösung finden. Auch er betont, dass es in Zeiten wie diesen Stabilität brauche. Sollte die Sitzung morgen stattfinden, werde er aufgrund der Ausgangsbeschränkung aber nicht teilnehmen.

Neben Rauth und Schmid sitzen Vize-BM Markus Wackerle, Reiths BM Dominik Hiltpolt, Thomas Knuchel, Richard Schneider und Sylvia Frenes im Aufsichtsrat.


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