Grenze zur Schweiz schließt - Mega-Stau an Ungarns Grenze

Seit Dienstag sind die Vorarlberger Grenzen zur Schweiz bzw. nach Liechtenstein praktisch dicht. Nur noch Berufspendler und der Warenverkehr dürfen die Grenzen weiter ohne größere Einschränkungen passieren. Für große Probleme sorgt derweil die Grenzschließung durch Ungarn: In Nickelsdorf hat sich ein Lkw-Rückstau von 17 km gebildet, bei Pkw‘s sind es fünf Kilometer.

Die Lage am Autobahngrenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) verschärfte sich indes weiter: Nach Angaben der Polizei war am Nachmittag weder die Ausreise nach Ungarn noch die Einreise nach Österreich möglich. Damit gab es auch für jene Lkw, die eigentlich die Grenze hätten passieren dürfen, kein Weiterkommen. Zahlreiche auf eine Gelegenheit zur Durchreise durch Ungarn wartende Menschen blockierten den Grenzübergang der Ostautobahn (A4) in beiden Richtungen. Das Rote Kreuz Burgenland begann inzwischen einen Betreuungseinsatz für die vor Nickelsdorf auf der A4 im Stau stehenden Reisenden.

Die Polizei hatte das Rote Kreuz um Unterstützung gebeten. Ein Vorauskommando von vier Personen habe mit zwei Fahrzeugen die Lage erkundet und damit begonnen, Trinkwasser auszugeben, schilderte Tobias Mindler vom Roten Kreuz. Da durch den kilometerlangen Stau der Bedarf an Trinkwasser entsprechend hoch sei und somit größere Personalkapazitäten erforderlich seien, habe das Rote Kreuz Neusiedl am See seine Schnelleinsatzgruppe alarmiert. Diese rücke derzeit an der Bezirksstelle ein und soll dann die Verteilung des Trinkwassers auf der A4 vornehmen.

An der ungarischen Grenze warteten auch zahlreiche bulgarische und rumänische Bürger, die am Rückweg aus Deutschland in ihre Heimatländer waren. Sie durften nicht nach Ungarn einreisen, bestätigte die Polizei einen Bericht des ORF Burgenland. Einige Pkw waren direkt bis zur Grenze gefahren und hatten dort einen Stau gebildet, weshalb es auch für Lkw kein Weiterkommen mehr gab, schilderte ein Polizeisprecher der APA. Die Pkw wirkten wie ein Stöpsel, der eine Flasche verschließt.

Der Lkw-Stau reiche mittlerweile fast bis Parndorf zurück. An der Grenze würden viele, darunter auch Kinder und ältere Menschen, bereits seit Stunden warten. Man denke bereits über eine Versorgung der Wartenden nach, so der Sprecher. Inzwischen werde versucht, die Lkw über den alten Grenzübergang zu lotsen.

Ab Mittwoch werden die acht kleineren der insgesamt 14 Grenzübergänge in die Schweiz und nach Liechtenstein geschlossen. Seit Samstag waren an den Grenzen zur Schweiz und nach Liechtenstein sporadisch Sichtkontrollen durchgeführt worden. Nach dem Abschluss der logistischen Vorbereitungen wurde in der Nacht auf Dienstag mit den rigorosen Übertrittskontrollen begonnen.

Staatsbürger aus der Schweiz, Liechtenstein und Italien dürfen nun nur dann noch nach Österreich einreisen, wenn ihnen ein ärztliches Gesundheitszeugnis bescheinigt, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Das Attest darf nicht älter als vier Tage sein. Österreichische Staatsbürger bzw. Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz im Bundesgebiet können natürlich weiterhin nach Österreich kommen, müssen sich hier allerdings für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben. Die Durchreise durch Österreich ohne Zwischenstopp bleibt erlaubt.

Von diesen Maßnahmen ausgenommen sind die Berufspendler, die die Grenze täglich passieren müssen, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen. Etwa 16.000 Vorarlberger arbeiten in der Ostschweiz bzw. in Liechtenstein.

Kärntens Grenzübergänge zu Slowenien werden ab Mittwoch teilweise gesperrt. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, bleiben nur der Karawankentunnel (A11) und der Loibltunnel (B91) 24 Stunden täglich geöffnet, an kleineren Übergängen kommt es zu Einschränkungen. Die Kontrollen sollen weiterhin so wie bisher, also ohne flächendeckende Gesundheitschecks, über die Bühne gehen.

Konkret wird der Grenzübertritt an den Grenzübergangsstellen Lavamünd und Grablach auf die Zeit von 5.00 bis 23.00 Uhr beschränkt, der Wurzenpass wird in der Zeit von 21.00 Uhr bis 5.00 Uhr gesperrt. Alle anderen Kärntner Grenzübergänge zu Slowenien werden für den gesamten Verkehr gesperrt.


Kommentieren


Schlagworte