Kritik an Behörden nach Party in Innsbrucker Studentenheim

Eine ausgelassene Fete unter Studierenden am Samstag, den 7. März. Die Location ist das „home4students“-Studentenwohnheim „Rössl in der Au“ in Innsbruck.

  • Artikel
  • Diskussion (5)
Bei einer Party in diesem Studentenheim wurde das Virus möglicherweise verbreitet.
© Foto TT/Rudy De Moor

Innsbruck – Eine ausgelassene Fete unter Studierenden am Samstag, den 7. März. Die Location ist das „home4students“-Studentenwohnheim „Rössl in der Au“ in Innsbruck. Es ist eine Feier im mittelgroßen Rahmen, rund 50 Besucher tummeln sich in dem Stockwerk des Gebäudes, das Platz für insgesamt bis zu 230 Studierende bietet.

Zwei Tage später, am Montag, gibt das Land in einem seiner Corona-Updates unter anderem die Erkrankung einer 21-jährigen Studentin aus Spanien bekannt. „Die Frau wurde bereits abgesondert und unter Quarantäne gestellt, die weiteren behördlichen Erhebungen laufen bereits“, heißt es. Am Dienstagvormittag rücken Beamte von Polizei und der Mobilen Überwachungsgruppe MÜG aus und sperren Räume im Studentenwohnheim „Rössl in der Au“. Einige Bewohner werden isoliert. Ein Zusammenhang mit der Party am Samstag und der Erkrankung einer Studentin wird nicht öffentlich gemacht, das Land verzichtet außerdem darauf, die Quarantänemaßnahme zu kommunizieren. Auch ein weiterer Einsatz vergangenen Freitag im Wohnheim, nachdem sich mehrere Verdachtsfälle bestätigen, bleibt unkommuniziert.

Lediglich ein leichter Schnupfen

Kritik an dem Vorgehen der Behörden kommt nun von der Familie eines Studenten, der an jenem Samstag Partygast im Wohnheim war. Der 24-Jährige sei bis heute nicht von den Behörden kontaktiert worden. Dass er als mögliche Kontaktperson gelten könnte, habe er erst für sich festgestellt, nachdem die TT in ihrem Coronavirus-Live-Blog über den Polizeieinsatz am Dienstag im Wohnheim berichtet hat. Daraufhin habe er sich selbst isoliert und über die Gesundheitshotline 1450 um einen Test angesucht. Tage später wurde dieser dann durchgeführt.

Nachdem weitere Tage vergingen, trudelte gestern das Testergebnis ein: Der Partygast ist mit Corona infiziert. Symptome: kaum. Lediglich ein leichter Schnupfen. Die Familie des Betroffenen sieht arge Versäumnisse seitens der Behörden. Immerhin müsse man davon ausgehen, dass auch weitere Gäste der Feier bis heute nicht kontaktiert worden seien und nun eineinhalb Wochen lang das Coronavirus verbreitet haben. (np)

3 x Futterkutter-Kochbuch zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.


Kommentieren


Schlagworte