Vizekanzler Kogler zu Corona-Ausbreitung: „Selbstisolation nach Tirol-Besuch“

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) rät zu weit reichenden Vorsichtsmaßnahmen. So sollen alle Heimkehrer in Isolation, die sich zuvor in Tirol aufgehalten haben – egal wo im Bundesland.

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In Sölden gelten seit Dienstagabend die Quarantänebestimmungen, für Vizekanzler Werner Kogler ist ganz Tirol ein Risikogebiet.
© Thomas Boehm / TT

Herr Vizekanzler, Sie haben gesagt, dass sich alle, die seit Sonntag aus Tirol in anderen Bundesländer heimgefahren sind, in eine freiwillige Quarantäne begeben sollen. Meinten Sie jetzt die Tirol-Touristen aus den Skigebieten?

Kogler: Ich appelliere an alle Menschen, die aus Tirol in ihre Heimatbundesländer oder ihr Heimatland zurückgekehrt sind, sich in Selbst­isolation zu begeben. Auch wenn sie keine Symptome zeigen, ist es nicht vernünftig, nach ihrer Rückkehr wieder in den Supermarkt oder als Gesundheitspersonal ins Spital zu gehen, da diese dann im schlimmsten Fall geschlossen werden müssten.

Ist für Sie jetzt das gesamte Bundesland ein Risikogebiet? Dann müsste wohl Tirol unter Quarantäne?

Kogler: Österreichweit sind derzeit keine weiteren Maßnahmen geplant. Florian Thalhammer von der Abteilung für Infektionen MedUni Wien/AKH und das Robert-Koch-Institut stufen Tirol als Risikogebiet ein. Was bei der Heimkehr aus Risikoländern gilt, nämlich zwei Wochen Selbstisolierung, sollte auch für jene gelten, die aus Tirol in ihre Heimatbundesländer zurückgekehrt sind.

Betrifft das nur jene Tiroler oder Gäste, die sich in einem Corona-Hotspot am Arlberg, im Paznaun oder Ötztal aufgehalten haben oder alle aus dem Bundesgebiet? Muss jetzt ein Tiroler, der in keinem Hotspot war und keine Symptome hat, auch in Quarantäne, wenn er Tirol in Richtung Linz oder Wien verlässt?

Kogler: Der Appell richtet sich an alle, die aus Tirol in ihre Heimatbundesländer zurückgekehrt sind.

Das Gespräch führte Michael Sprenger


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