Immer weniger Meldungen durch Ausgangssperre: Virus bremst auch die Straftäter ein

Die Ausgehsperre sorgt nicht nur für leere Plätze und Straßen, sondern macht auch Kriminellen das Leben schwer.
© Foto TT/Rudy De Moor

Innsbruck – Die fünfmal täglich veröffentlichten Berichte der Tiroler Polizei haben derzeit nur wenig Inhalt. Die sonst üblichen Meldungen über Diebstähle, Einbrüche und manchmal auch Raubdelikte fallen aus. „Die Anzahl der Straftaten ist rückläufig“, bestätigt auch Katja Tersch, Leiterin des Landeskriminalamtes: „Und zwar in allen Bezirken. Die Rückgänge sind in fast allen Bereichen der Kriminalität spürbar.“ Nicht von der Corona-Krise beeinträchtigt ist die Internetkriminalität. „Aber auch da verzeichnen wir keinen Zuwachs“, so Tersch weiter.

So sieht’s auch Christoph Kirchmair, Chef der Innsbrucker Kripo: „Wir haben derzeit kaum Straftaten in der Landeshauptstadt.“ Die Gründe liegen auf der Hand: Die Ladendiebe sind wegen der geschlossenen Geschäfte im Zwangsurlaub. Einbrecher finden wegen der Ausgehsperre kaum eine leere Wohnung. Selbst die Schlägereien und nächtlichen Gelegenheitsüberfälle bleiben mangels möglicher Gegner bzw. Opfer aus. Dennoch gibt’s Bereiche, die derzeit mehr als sonst gefährdet sind. „Das sind zum Beispiel die Gewerbegebiete“, sagt Kirchmair. Die leeren Straßen und die teils geschlossenen Betriebe könnten von Einbrechern als Einladung verstanden werden. „Aber wir beugen vor und haben verstärkt Streifen in diesen Bereichen im Einsatz“, so Kirchmair weiter.

In den sozialen Netzwerken häuften sich am Mittwoch Warnungen vor dubiosen Gestalten, die an den Tiroler Haustüren Corona-Tests und Desinfektionen anbieten oder auch die Brandmelder kontrollieren wollen. Offenbar Vorwände, um in die Häuser zu gelangen und Straftaten zu begehen.

Bei den Warnungen dürfte es sich allerdings um Falschmeldungen handeln: Wie Recherchen bei der Polizei ergaben, liegt keine einzige diesbezügliche Anzeige bzw. Straftat vor. Die Kriminalprävention appelliert, die falschen Kettenbriefe nicht weiterzuschicken. Sehr wohl sind aber Neffenbetrüger am Werk, die ältere Personen wegen einer angeblichen Corona-Erkrankung um Geld bitten. (tom)


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