Handel in Corona-Krise: Genügend Waren, zu wenig Mitarbeiter

Da Tourismus und Gastronomie als Abnehmer ausfallen, gibt es mehr als genug Waren in Tirol, einzig die Mitarbeiter sind manchmal knapp.

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Die Regale in den Supermärkten sind voll, in Stoßzeiten fehlt es jedoch manchmal an Mitarbeitern.
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Von Verena Langegger

Innsbruck – „Lieferengpässe gibt es keine, die Regale sind voll, von allen Waren ist genügend da“, erklärt Alois Schellhorn von der Wirtschaftskammer. Im Gegenteil. Durch den Wegfall von Tourismus und Gastronomie gibt es fast schon zu viele Produkte. Deshalb hat etwa der Großhandelsbetrieb Wedl seine Tore für Kunden ohne Gewerbeschein geöffnet. Sonderabverkäufe von Lebensmitteln gibt es etwa auch in Hörtnagl-Filialen in Innsbruck.

Allerdings fehlt es derzeit an Mitarbeitern, etwa um Regale aufzufüllen. So haben 400 Mitarbeiter der Möbelketten Kika und Leiner, deren Betriebe geschlossen sind, angekündigt, in den nächsten Wochen in Supermarktketten tätig zu sein. Das gab der Handelsverband bekannt.

Die Interessenvertretung hat gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) eine Initiative für eine vorübergehende Arbeitskräfteüberlassung im Handel gestartet. Alle Händler, die aktuell von Schließungen betroffen seien, sollten den Schritt in die „temporäre Arbeitskräfteüberlassung“ prüfen. Sehr gut genutzt werde derzeit im Lebensmittelhandel auch der Online-Lieferservice. Bei MPreis etwa gebe es derzeit sehr viele Bestellungen, die Auslieferung „klappt aber sehr gut“, heißt es aus dem Familienunternehmen.

Bei Billa müssen sich Kunden, die ihre Einkäufe geliefert haben wollen, allerdings auf lange Wartezeiten einstellen. Der „Click and Collect Service“ sei derzeit nicht möglich und auch in Quarantänegebiete werde nicht geliefert, wird auf der Homepage gepostet. Spar stellt in Tirol ohnehin nicht zu, sondern nur in Wien und Salzburg. Wer in die Geschäfte geht, soll aber auch sicher sein. Sicherheit „sowohl für Konsumenten als auch für die eigenen Mitarbeiter“ habe oberste Priorität, heißt es vom Lebensmittelhandel. Daher rufen die Lebensmitteleinzelhändler vor allem junge Menschen dazu auf, zwischen 8 und 9 Uhr früh nicht einkaufen zu gehen – um somit Risikogruppen vor einer möglichen Ansteckung durch das Coronavirus zu schützen.

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Mitarbeiter werden übrigens auch in der Landwirtschaft gesucht. Durch die Grenzschließungen dürfen Fremdarbeitskräfte bzw. Saisoniers nicht mehr einreisen. Landwirte können daher ihren Bedarf an Arbeitskräften auf der Homepage der Landwirtschaftskammer ­anmelden.


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