Mit Tiroler Hilfe läuft in Peking noch alles nach Plan

Der Tiroler Harald Springfeld arbeitet im lokalen Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele in Peking und lobt die Chinesen.

  • Artikel
  • Diskussion
Der Tiroler Harald Springfeld hat in Peking alles im Griff.
© gepa

Peking – Die im Juni und Jul­i geplant gewesene Fußball-EM 2020 ist bereits verschoben, Olympia in Tokio wenige Wochen später droht dasselb­e Schicksal. In China, wo die Ausbreitung des Coronavirus ihren Ursprung hat, laufen die Vorarbeiten auf das nächst­e Großevent in nicht einmal zwei Jahren aber unbeirrt auf Hochtouren.

Peking bereitet sich auf die Olympischen Winterspiele von 4. bis 20. Februar 2022 vor und lässt sich von den aktuellen Ereignissen nicht entmutigen, erklärt Harald Springfeld. Der Tiroler arbeitet für das lokale Organisationskomitee (BOCOG).

„Im Moment sind bereits ca. 1000 Leute im Organisationskomitee beschäftigt, das in einer ehemaligen Industrie- und Stahlfabrik im Westen Pekings untergebracht ist. Ein Großteil der olympischen Sportstätten wird in diesem Jahr fertig sein“, berichtet Springfeld. „Im Eishockeyteam arbeiten bereits sieben Leute. Bei Olympia werden es dann ca. 400 inklusive Volunteer­s sein.“

>>> Live-Blog: Die Auswirkungen des Coronavirus auf den Sport

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Der 42-Jährige war schon bei Olympia 2016 in Pyeongchang als Berater des lokalen Organisationskomitees für das Eishockey-Turnier tätig und ist dies nun auch in seiner zweiten Heimat. Springfeld war 2011 nach Asien gezogen, arbeitete in 17 asiatischen Ländern. Nun wohnt er mit seiner chinesischen Frau Wang Hui, die auf Olympia-Einsätze als Eishockey-Schiedsrichterin hofft, und dem sechsjährigen Sohn Justin Springfeld, der auch Wang Xiao-Long heißt und Doppelstaatsbürger sowie dreisprachig ist, in der chinesischen Hauptstadt.

In der ist – so wie in Österreich auch – der Alltag durch das Coronavirus eingeschränkt. „Der Kindergarten ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, Home-Office an der Tagesordnung, teilweise sind Straßen und U-Bahnen menschenleer“, beschreibt Springfeld das Leben in der über 20 Millionen Einwohner zählenden Metropole. Das Wohnzimmer im 28. Stock eines Hochhauses mitten in Pekings „Business District“ hat er zum Fitnessstudio für seine Frau und zum Basketball Court für seinen Sohn umfunktioniert.

Ausreise war kein Thema

Dass er China wegen der mittlerweile abgeschwächten Ausbreitung des neuartigen Virus verlässt, stand für ihn nie zur Diskussion. „Die Frage einer Ausreise stellte sich für mich überhaupt nicht, denn das würde bedeuten, dass ich meiner chinesischen Familie wie auch meinem Arbeitgeber den Rücken kehren würde.“

Springfeld stimmt betreffend des Umgangs mit der Ausnahmesituation ein großes Lob auf China an. „Ein derartiges Kollektiv und das Miteinander einer Gesellschaft, mit Millionen von Leuten, die im Moment tagtäglich zum Teil massive Einschränkungen in Kauf nehmen, um das Virus vorerst zu besiegen, ist unglaublich und hat es in der Geschichte noch nie gegeben. Es ist wirklich beeindruckend, wie China zusammenhält“, erklärte er.

Springfeld war einst als Stürmer für den HCI aktiv, unterstützte danach den Tiroler Verband in verschiedenen Funktionen, war ab Herbst 2005 als Sportmanager für den ÖEHV tätig und ging danach als Sport Development Manager für den Eishockey-Sport nach Asien. (APA)


Kommentieren


Schlagworte