Der BMW-Bolide steht still: Auer betätigt Handbremse statt Gaspedal

Statt PS-Tests für die neue Saison der DTM zu absolvieren, steht aktuell Home-Office bei Lucas Auer auf dem Tagesprogramm.

Tirols Motorsport-Ass Lucas Auer hält sich auch geistig fit.
© auer

Von Daniel Suckert

Innsbruck, Kufstein – DTM (2015–18), Formel-1-Test (2017), Super Formula (2019), Formel-E-Test und Rückkehr zum Deutschen Tourenwagen Masters (beides 2020) – Tirols Motorsport-Ass Lucas Auer kannte die letzten Jahre stets nur „Vollgas“, und das quer über den gesamten Erdball. Seit dem Coronavirus schaut das aktuell natürlich anders aus. Der 25-Jährige befindet sich derzeit daheim in Kufstein.

„Diese Woche wären die ersten Testfahrten gewesen und ich hätte erstmals Kontakt mit meinem neuen BMW gehabt“, erklärt Auer. „Das geht jetzt natürlich nicht, und jetzt sind wir alle vorerst einmal in einem ,Standby-­Modus‘.“

Tägliches Training darf bei Auer nicht fehlen.
© auer

Etwas, was der Unterländer so noch nicht kannte – etwas, mit dem er aber sehr wohl umgehen kann. Untertags stehen Trainingseinheiten an Ausdauergeräten an, „parallel halte ich mich im Simulator in der virtuellen Welt ebenso fit. Das geht daheim alles recht gut.“

Und da ist auch das ein oder andere Mal „Dosierung“ gefrag­t, denn sollte die Auszeit noch viel länger dauern, wäre eine physische Frühform kontraproduktiv. Aue­r: „Darum fahre ich meinen Körper etwas herunter, um am Tag X dann wieder voll da zu sein.“

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Zwischendurch greift Auer, dessen Onkel Tirols Formel-1-Legende Gerhard Berger ist, auch einmal zu einem guten Buch oder lässt einfach die Seele baumeln. Soziale Kontakte pflegt man im modernen Zeitalter natürlich über das Handy oder Skype-Telefonate.

Die neue DTM-Saison würde am 26. April im belgischen Zolder starten. Es glaubt jedoch fast niemand mehr, dass der Termin eingehalten werden kann. Auch der Auftritt am Lausitz-Ring (GER/17. Mai) und das russische Gastspiel in St. Petersburg (31. Mai) werden wohl nicht regulä­r stattfinden können. Hier sind die Organisatoren Berger und Co. in Zusammenarbeit aller Beteiligten im Hintergrund derzeit beschäftigt. Noch gibt es dazu keinen Neuigkeiten.

Der Salzburger Ferdinand Habsburg, der heuer für Aud­i an den Start gehen soll, steht derzeit im Lager einer Lebensmittelkette, um beim Pakete-Schleppen zu helfen. Habsburg ist ja seit Jänner beim Österreichischen Bundesheer im Einsatz.

Wie lange Auers „Standby-Modus“ noch dauert, lässt sich aktuell nicht abschätzen. „Wir schauen von Tag zu Tag und derweilen erfülle ich mein­e Aufgaben eben zu Hause“, lässt sich Tirols aktuell bester Motorsportler nicht aus der Fassung bringen.

Das trifft auch auf das Nachtprogramm zu, denn als der BMW-Fahrer vor einigen Nächten nicht schlafen konnte, kramte er erfolgreich im PS-Archiv. „Das war echt witzig. Ich bin dann um drei Uhr morgens vor dem Fernseher gelandet und hab’ mir ein DTM-Rennen aus dem Jahr 2006 angeschaut.“


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