Krankenhaus Hall: "Wer rein will, muss da durch"

Triage-Container regeln den Zugang zum Krankenhaus Hall. Das System funktioniert. Triage nennt sich ein System, bei dem Menschen nach bestimmten Kriterien eingeteilt werden.

Bei jedem Mitarbeiter, Rettungssanitäter, Patienten, Besucher oder Lieferante­n wird kontrolliert, ob er Fieber hat.
© Foto Rudy De Moor

Von Benedikt Mair

Hall – Der Kranken­wagen fährt vor. Zwei Rettungs­sanitäter bringen den betagten Mann auf einer Trage zu dem großen, weißen Container, der vor dem Eingang des Landeskrankenhauses (LKH) in Hall steht. Eine Ärztin und ein­e Krankenpflegerin, beid­e in Schutzkleidung gehüllt, treten an den Patienten heran, messen Fieber. Alles in Ordnung, er darf ins Spital gebracht werden.

Triage nennt sich das System, bei dem Menschen nach bestimmten Kriterien eingeteilt werden und das helfen soll, in Zeiten von Corona all­e Tiroler Krankenhäuser frei von dem Virus zu halten – so gut es eben geht. „Alle Besucher, Patienten, Mitarbeiter und Lieferanten werden überprüft“, sagt Wolfgang Markl, kaufmännischer Direktor des LKH in Hall. „Gestartet haben wir die Überprüfung in Zelten, seit Anfang dieser Woche stehen uns Container zur Verfügung. Dort ist es angenehmer zu arbeiten, immerhin ist der Posten 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche besetzt.“ In Hall wird nicht nur der Zugang zum Hauptgebäude, sondern auch jener zur psychiatrischen Abteilung mit einem Triage-System überprüft.

Für den Fall, dass bei einem Menschen Symptome festgestellt werden, die auf das Coronavirus hindeuten, steht hinter dem ersten Container in Hall ein zweiter. Dort würden Verdachtsfälle abgeklärt, berichtet Ivo Grazia­dei, Prima­r der Inneren Medizin in Hall. „Wir machen einen Abstrich und je nach Gesundheitszustand entscheiden wir, ob der Patient nach Hause in Quarantäne geschickt werden kann oder im Krankenhaus aufgenommen werden muss.“

„Kein Patien­t betritt das Haus, der nicht da durchgegangen ist“

20 Zimmer, auf einer Station, die vom Rest des Spitals gut abgeriegelt ist, stünden dafür zur Verfügung, sagt Graziadei. Laut dem Primar für Anästhesie und Intensivmedizin, Stephan Eschertzhuber, bestehen im Moment die Herausforderungen darin, „die Verdachtsfälle der Diagnostik und Therapie zuzuführen und die Kapazitäten für einen möglichen starken Anstieg an Corona-Fällen zu schaffen“. Beides funktioniere derzeit gut. Auch dank der Triage-­Container. „Kein Patien­t betritt das Haus, der nicht da durchgegangen ist“, betont der Haller Pflege­direktor Stephan Palaver.

Alles, was im Haller Krankenhaus passiert, wird so oder so ähnlich auch in den anderen Tiroler Spitälern praktiziert. „Ich bin optimistisch, dass es bei uns nicht zu solchen Zuständen wie in Italien kommen wird“, glaubt Primar Graziadei. Auch wegen der rigorosen Maßnahmen, die derzeit umgesetzt werden.


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