Einen Monat in Nepal: Ein Lächeln trotz riesiger Not

Einen Monat tourte der Prutzer Künstler Frizzey Greif durch Nepal, um zu helfen. Unter anderem besuchte er und Christine Jaroschdieses Jahr das abgelegene Dhaulagirigebiet.

Im Dhaulagirigebiet verteilte das Team Hilfsgüter an die Ärmsten der Armen. Die Dankbarkeit war riesig, betonen Frizzey Greif und Christine Jarosch.
© Frizzey Light Verein

Von Matthias Reichle

Prutz, Nepal – „Im ganzen Dorf gab es nur ein einziges Plumpsklo – ohne Klopapier“, für den Prutzer Künstler Frizzey Greif ist der Rummel um das Hamstern von Toilettenpapier derzeit unverständlich. Er kommt mit seiner Lebensgefährtin Christine Jarosch von einer einmonatigen Helptour aus Nepal zurück. Die Armut, die er dort erlebt hat, war erschütternd. „Auf 3000 Metern Seehöhe kam mir ein Mann barfuß entgegen, ich hatte meine warmen Wandersocken an und gute Bergschuhe.“ Ein ganzes Dorf bedient sich aus einer Wasserleitung, wo sich die Menschen waschen, ihre Zähne putzen und die Teller spülen – „trinken darf man es aber nicht, ohne es vorher abzukochen“, so Greif.

Mit dem Frizzey Light Verein verteilten die beiden Prutzer Kappen, Anoraks, Medikamente, Schultaschen, Hygieneartikel und Schlafsäcke. Ein 160 Kilo schweres Paket mit Spenden brachten sie aus Tirol mit – unter anderem mit Kuscheltieren für Kinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein Geschenk bekamen.

Schwindelerregend war die Reise auf dem Rücken eines Maultiers in die abgelegenen Dörfer des Dhaulagirigebiets.
© Frizzey Light Verein

Allein die Anreise nach Nepal brachte das Obergrichter Duo diesmal an seine Grenzen. Zunächst gab es einen stürmischen Überflug, dann einen tagelangen Höllenritt auf holprigen Straßen, bis die fahrbaren Ackerwege aufhörten. Schließlich wurden die Hilfsgüter auf Maultiere umgeladen. Eines diente Greif, der dort krank wurde, als Reittier. Es kann einem schon mulmig werden, wenn es auf unbefestigten Bergpfaden an Abgründen vorbei geht und vom nächsten Tritt alles abhängen kann. „Das geht ins Nervensystem“, erinnert er an gefährliche Momente.

Unter anderem besuchte man dieses Jahr das abgelegene Dhaulagirigebiet. „Unser Ärzteteam war im Dauereinsatz. Aus allen Richtungen kamen Betroffene, die zum ersten Mal Hilfe bekommen haben“, so Greif, der mit einem bis zu 50-köpfigen Tross unterwegs war. Es gab eine riesige Welle der Dankbarkeit. „Einer ist vor mir in die Knie und hat meine Füße gebusselt.“

Lachen trotz Not

In Tirol habe man derzeit einen Ausnahmezustand, ist sich Greif bewusst. In den von ihm besuchten Gegenden hätten die Menschen vielfach kein Dach über dem Kopf, kaum Trinkwasser, sie frieren, hungern, haben kein Geld, keine Perspektive, kein Sozialsystem. Trotzdem habe er dort zahlreiche lachende Gesichter gesehen.

Derzeit plant man schon die nächsten Touren nach Nepal. Infos und Möglichkeiten, den Verein zu unterstützen, gibt es auf www.frizzey-light.org


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