Babyboom auf der Festung Kufstein

Die Schafherde auf dem Kufsteiner Wahrzeichen ist um drei Weibchen und einen Bock gewachsen. Zwei weitere Jungtiere werden dieser Tage erwartet. Wer hat passende Namen?

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Schwarzes Schaf im Doppelpack: Cordula brachte am Montag gesunde Zwillinge (weiblich) zur Welt.
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Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Cordula, Liesl und Resl interessiert die Corona-Krise überhaupt nicht. Ihre Aufmerksamkeit gehört allein den kleinen Wollknäueln, die zu ihren Füßen herumtollen. Auf der Kufsteiner Festung herrscht Baby­alarm. Seit eineinhalb Jahren lebt eine Herde Roussillon-Schafe im Grünen zwischen den historischen Gemäuern. Ursprünglich als „biologische Rasenmäher“ für die Steilhänge angeschafft, sind die sechs Tiere eineinhalb Jahre später der Insider-Fixpunkt beim Festungsrundgang – und nun schon bald zu zwölft!

Am Montag wurden die schwarzen Zwillingsschwestern von Mama-Schaf Cordula geboren, am Donnerstag erweiterte Liesl mit ihrer kleinen Tochter die Herde. Bereits am 10. März schenkte Resl (sie selbst kam im vergangenen Sommer am Fuße des Kaiserturms zur Welt) dem schwarzen Baby-Bock Konrad das Leben. Doch es geht noch weiter: „Die beiden Schafe Mama und Rasta sind auch trächtig, es könnte jeden Tag so weit sein“, erklärt Festungswart und Herden-Hüter Thomas Holzer. Gemeinsam mit Kollege Werner Vente kümmert er sich selbst in Isolations­zeiten um die flauschigen Paarhufer.

Die Festung ist aufgrund der Corona-Krise für Besucher gesperrt. Die Schafe freut’s: mehr Auslauf für sie.
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Viel Arbeit für die Zweibeiner – und darum hoffen sie nun auf die Unterstützung der TT-Leser. „Die Lämmer brauchen noch Namen“, ruft Holzer alle Tiroler auf, Vorschläge einzubringen (per E-Mail an info@festung.kufstein.at . Drei Lämmer sind weiblich, Bock Konrad hat seinen Namen schon. Holzer: „Welches Geschlecht der Nachwuchs der beiden trächtigen Schafe haben wird, wissen wir noch nicht.“ Erste Namensvorschläge gibt es bereits, darunter passend zur aktuellen Lage: Zenzi, als Kurzform für Esperanza, spanisch für „Hoffnung“. Einzige Bedingung: „Der Name Coron­a geht nicht. Wir wollen die Tiere ja nicht brandmarken“, so Holzer.

Auf der Festung bleiben werden übrigens nicht alle Lämmer und Eltern-Schafe, ansonsten riskiere man inzestuöse Verhältnisse. Wer weiterhin ein Leben mit adeligem Touch genießen und wer künftig ein bürgerliches Leben in gewohnten Stallungen führen wird, entscheiden der Festungswart und sein Team in einigen Wochen.

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Bis dahin genießen die Tiere jedenfalls ungewohnte Freiheit: Normalerweise ist die Herde von den Besucheranstürmen abgeschottet – zum eigenen Schutz. Da aber auch die Festung im Zuge der Corona-Maßnahmen vergangene Woche für Besucher geschlossen wurde, sind alle Gatter derzeit offen. „Die Schafe wurden Anfang der Woche wieder von ihrem Winterquartier zurück auf die Festung gebracht. Dort sprießen bereits frische Gräser. Zurzeit können sie sich frei bewegen“, gönnt Holzer seinen Schützlingen die ungewohnt großzügigen Spaziergänge.


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