Zentralmatura ab 18. Mai startet mit „Vorlaufzeit“

Die Maturanten sollen Anfang Mai in ihre Schulklassen zurückkehren: Zentralmatura beginnt mit Deutsch und Englisch, dann folgt Mathematik.

Bildungsminister Heinz Faßmann verspricht den Maturanten eine „Bescheidenheit“ bei den Ansprüchen.
© APA

Von Michael Sprenger

Wien – Zumindest für die Maturantinnen und Maturanten wird Anfang Mai wieder die Rückkehr in die Klassenzimmer möglich sein. Denn am nunmehr geplanten Start der Zentralmatura in der Woche ab dem 18. Mai (statt bisher 5. Mai) will das Bildungsministerium festhalten. Für Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) sind die zwei Wochen Schulbetrieb als „Vorlaufzeit“ ratsam, damit die Maturanten wieder in einen „Schulmodus“ kommen.

In einem Brief an die Maturanten schreibt Faßmann: „Vor den schriftlichen Klausuren sollen jedenfalls zwei Wochen Unterricht stattfinden. In dieser Zeit sollen auch allenfalls noch offene Schularbeiten durchgeführt werden. Das ist wichtig für die Leistungsbeurteilung, aber mindestens ebenso wichtig für Sie: Sie müssen die Möglichkeit haben, vor den Klausuren nochmals schriftliche Prüfungssituationen zu meistern, um gut vorbereitet zu sein. Diese Schularbeiten werden jedenfalls hinsichtlich der Anzahl und Länge begrenzt.

Die Präsentation und Diskussion der VWA (vorwissenschaftliche Arbeit) entfällt, die Beurteilung erfolgt auf Basis der schriftlichen Arbeiten. Sollte die Präsentation/Diskussion notwendig sein, um eine negative Beurteilung zu verhindern, kann sie abgehalten werden.“

Und was genau heißt dies für den geplanten zweiwöchigen Schulbetrieb im Vorfeld der Matura? „Das Prinzip muss sein: Eine gewisse schulische Bescheidenheit bei den Ansprüchen an die Schüler“, erklärte der Minister in einer Pressekonferenz. In diesen 14 Tagen würde man sich bei den Maturanten auf „das Notwendigste beschränken“. Wenn etwa die letzte Mathe-Schularbeit 2019 stattgefunden habe, solle es eine Schularbeit geben: „Das muss dann aber keine vierstündige sein. Es reicht auch eine dreistündige Schularbeit, um wieder hineinzukommen bzw. um festzustellen, ob es für die Matura reicht.“

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Man werde auch dafür sorgen, dass es zu keiner Überlastungssituation komme, versprach der Minister. Es ist denkbar und möglich, die Schularbeiten zu beschränken. Diese könnten dann nur in jenen Fächern stattfinden, in denen die Schüler auch zur schriftlichen Matura antreten.

Die Zentralmatura selbst soll modifiziert mit dem Fach Deutsch starten, dann erst folgen Englisch und Mathematik. „Die korrekturintensiven Fächer werden vorgezogen.“ So sei ein regulärer Abschluss der Reifeprüfungen mit dem Ende des Schuljahrs möglich.

Seinen Brief an die Maturanten schließt Faßmann mit persönlichen Worten: „Ich wünsche Ihnen jedenfalls bei den Vorbereitungen gutes Gelingen, ich drücke Ihnen die Daumen. Es ist zweifelsohne eine außergewöhnliche Situation, aber Sie werden sie meistern und in einigen Jahren zu Recht mit Stolz darauf zurückblicken.“

Die Schülervertreter warnen derweil vor einer zu kurzen Vorbereitungsphase auf die Matura. Dies erhöhe den Druck und verhindere eine fundierte Vorbereitung. Die Situation müsse ständig evaluiert werden, die Matura dürfe „nicht auf Biegen und Brechen ab 19. Mai durchgeführt“ werden.

Die derzeit an den Schulen für Sechs- bis 14-Jährige angebotene Betreuung nimmt nur rund ein Prozent der Schüler in Anspruch. Wie bereits angekündigt werden auch in der Karwoche ausgewählte Schulen für Sechs- bis 14-Jährige offenhalten. Derzeit laufe dazu eine Bedarfserhebung durch die Direktoren.


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