Der neue Seat Leon: Besser verschieben als versieben

Schon im April wollte Seat die vierte Generation des Leon einführen – die Pandemie machte den Iberern aber einen Strich durch die Rechnung. Der schöne und innovative Kompakte soll nun im Mai oder im Juni kommen.

Der neue Leon wird als fünftürige Schräghecklimousine und als Kombi ST auf den Markt kommen. Der Basispreis soll weniger als 19.000 Euro betragen.
© Werk

Barcelona –Vor 21 Jahren ging es los – damals bot Seat zum ersten Mal den Leon an. Die VW-Tochter bereute diesen Schritt nicht, denn mit jeder neuen Generation wurde das Produkt besser und erfolgreicher. Insbesondere die dritte Generation schaffte den Durchbruch, zumal er – wie viele andere Fabrikate des Volkswagen-Konzerns – den flexiblen und hochwertigen modularen Querbaukasten nutzen durfte. Dieser ab 2012 gebaute Leon trug – neben dem traditionsreichen Ibiza und der ganz frischen SUV-Flotte – maßgeblich zur Gesundung der lange Zeit empfindliche Verluste schreibenden Marke Seat bei. Dem Leon war es zudem vergönnt, sich vor allem über die Formensprache von technisch nahezu identen Mitbewerbern (VW Golf, Audi A3 und Škoda Octavia) abzuheben, einem dynamischen Erscheinungsbild gab das Management (und das zuständige Designteam) den Vorzug.

Diesen eingeschlagenen Weg behält Seat auch mit der Generation vier bei – wobei es den Verantwortlichen vergönnt war, mehr Alltagsnutzen in die Gesamtfahrzeugentwicklung hineinzureklamieren. Insbesondere ein Zuwachs im Raumangebot galt als im höchsten Maße erwünscht.

Technologiesprung im Innenraum

Genau davon können künftige Leon-Käufer ausgehen, denn sowohl die Schräghecklimousine als auch der Kombi ST legen zu, zumindest hinsichtlich der Längsausdehnung. Der Fünftürer gewinnt 86 Millimeter hinzu und misst von Front bis Heck 4368 Millimeter. Der ST wächst um 93 auf 4642 Millimeter. Bei beiden Fahrzeugen erhöht sich der Radstand jeweils um fünf Zentimeter auf 2686 Millimeter – das wird sich wohl auch auf den Fahrkomfort positiv auswirken. Nebenbei bemerkt: Die Neulinge sind weniger hoch und weniger breit als ihre direkten Vorgänger; gleichwohl bleibt der Laderaum im kleineren Fünftürer mit 380 Litern praktisch unverändert groß, beim Langheck gibt es mit 620 Litern sogar 30 Liter mehr als zuvor.

Massiv fällt der Technologiesprung im Innenraum aus. Mit dem neuen Leon ziehen volldigitale Instrumentarien und großzügig dimensionierte Touchscreens mit moderner Menüführung und zeitgemäß erscheinenden Infotainmentsystem-Lösungen ein. Auch beim Einsatz von Fahrerassistenzsystemen begibt sich der Leon auf ein gehobenes Niveau, wie unter anderem ein Ausparkassistent und ein intelligenter Tempomat mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung dokumentieren.

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Was die neue Basis MQB Evo sonst noch bringt, sind alternative Antriebe: Mit dem Leon der vierten Generation wird es in der Kompaktwagenklasse neben gewöhnlichen Verbrennern auch einen Plug-in-Hybriden sowie diverse Mildhybridvarianten geben. Ebenso vorgesehen ist der Einsatz eines Erdgasmotors, auch wenn sich der VW-Konzern mittelfristig von Methan verbrennenden Fahrzeugen verabschieden will.

Mit der Markteinführung der neuen Leon-Generation, ursprünglich im April geplant, rechnet Seat in Österreich voraussichtlich im Mai oder im Juni, der Basispreis soll unter 19.000 Euro liegen. (hösch)


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