Buch über Kampf gegen Krebs: Trotzdem die Hoffnung zum Blühen bringen

Als Leiter der Sonderschule Lienz hat Andreas Weiskopf jahrzehntelang Kinder gestärkt. Sein neues Buch gilt dem Kampf gegen Krebs.

Weiskopf war bis 2018 Direktor der Sonderschule Lienz. Mit dem Buch will er Mut machen.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Lienz – „Mir geht es immer gut“, sagt der 61-jährige Lienzer Andreas Weiskopf. Und das, obwohl er das Telefongespräch mit der TT von seinem Krankenhausbett aus führt. Weiskopf erhielt 2011 die Diagnose Krebs. Vor einigen Wochen musste er eine schwere Operation durchstehen, seither ist er aufgrund seiner angegriffenen Konstitution im Krankenhaus Lienz.

Andreas Weiskopf ist ein Mutmacher. Auch jetzt nützt er seine seelische Stärke, um andere zu stützen. „Wenn die Krebsblume wieder für mich blüht“ heißt sein Buch, das vor Kurzem fertig wurde und das er auf seiner Internetseite www.andreas-weiskopf.com vorstellt. Die öffentliche Präsentation, die er plante, muss wegen der Corona-Krise verschoben werden. „Ich habe das Buch nicht nur für mich geschrieben, sondern vor allem für andere. Ich beschreibe darin, was mir in meiner Krankheit hilft, was mich stärkt, und was auch anderen helfen kann“, beschreibt der pensionierte Sonderschullehrer. Seit 2011 hat der Lienzer Bestrahlungen, Chemotherapie und Operationen überstanden. Sein Lebenswille ist ungebrochen. „Es gibt so viel, wofür ich dankbar bin. Zum Beispiel dafür, dass ich in Österreich so gut versorgt werde. Würde ich in den USA leben, wäre ich sicher schon tot – oder völlig mittellos, weil ich alles Geld für die Behandlungen hätte ausgeben müssen.“ Eine große Stütze ist auch seine Familie mit Gattin Karin und Sohn Alexander (22).

Die Devise des 61-Jährigen: „Mir geht es immer gut"
© Lugger Martin

Dass Andreas Weiskopf trotz seines Leidens sagen kann „mir geht es immer gut“, nimmt man ihm auch ab. Schon früher hat der Osttiroler bewiesen, was alles machbar ist – obwohl es anfangs nicht so schien. 1990 gründete er den Sozialverein „Lienzer Brücke“, der Familien von chronisch Kranken unterstützt. Über 20 Jahre leitete Weiskopf die Sonderschule Lienz, bevor er mit 60 Jahren in Pension ging. Aus der „Sonderschule“ wurde die „beSondere Schule“, und mit „seinen“ Kindern stellte Weiskopf mehrere künstlerische Projekte auf die Beine. Eines davon war die Kooperation mit Maler Oskar Stocker, der 2014 alle Schülerinnen und Schüler überlebensgroß porträtierte. Die Kunstwerke wurden mehrere Wochen lang in Lienz ausgestellt.

Bekanntheit weit über Osttirol hinaus bewirkte der Film „Inclusion“, der den Alltag der Kinder in der Sonderschule und zu Hause schildert. Filmemacher Alexander Papsch-Musikar begleitete die Familien mit seiner Kamera, Premiere feierte „Inclusion“ 2018 im Wiener Künstlerhaus-Kino.


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