Mieten in Tirol: An neuem Netz wird geknüpft

Das Land plant mit seinen Töchtern NHT und Tigewosi Erleichterungen im Mietbereich. Verzögerungen bei Neubauten derzeit nicht absehbar.

Auch im gemeinnützigen Wohnbau steht (fast) alles still.
© NHT/franz oss

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – AK-Präsident Erwin Zangerl hat die Landesregierung aufgefordert, die Mietzinsbeihilfe/Wohnbeihilfe über einen Fonds aufzustocken, die TT berichtet­e. SP-Landtagsabgeordnete Elisabeth Blanik geht einen Schritt weiter. Sie fordert die gemeinnützigen Bauträger auf, ihre Reserven anzuzapfen, um damit Mietern, die durch die Coronakrise in Schwierigkeiten sind, „zumindest einmal für diesen Monat die Miete auszusetzen“. Blani­k verweist auf „gut gefüllte Rücklagen“ der Gemeinnützigen. Insbesondere bei jenen wie NHT und Tigewos­i, wo das Land Gesellschafter sei: „Das ist jetzt ihre solidarische Pflicht.“

Damit konfrontiert, geht NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner zwar nicht auf die Rücklagen-Forderung ein, bestätigt aber, dass man hinsichtlich Entlastungen mit den Gesellschaftern (Anm. Land und Stadt) in Abstimmung stehe. So soll ein neue­s „letztes Netz“ für den Fall geknüpft werden, dass die Unterstützungen der Gebietskörperschaften nicht reichen würden. Auch Franz Mariacher, Geschäftsführer der Tigewosi und Obmann der Tiroler Gemeinnützigen, bestätigt, dass es intensive Überlegungen und Diskussionen hinsichtlich des Mietbereichs gibt: „Wir werden sicher etwas machen.“ Noch sei es aber für Details zu früh.

Fix ist, und das versichern sowohl Gschwentner als auch Mariacher, dass keine Delogierungen durchgeführt würden. Darauf pocht auch Wohnungslandesrätin Beate Palfrader (VP). Sie sieht derzeit keine Notwendigkeit für den von der AK geforderten Fonds. Der Topf des Landes für Mietzins- und Wohnbeihilfe sei mit 38 Mio. € gut gefüllt. Zudem habe man bereits bei der Mietzinsbeihilfe ermöglicht, dass neue Einkommensverhältnisse auch aktuell berücksichtigt werden.

Was die Baustellen der NHT und Tigewosi betrifft, so ruhen diese derzeit fast zur Gänz­e. Wie lange die Verzögerungen ausfallen, sei unklar, heißt es. Für die NHT bedeutet dies aber auch, dass – bis auf einzelne Ausnahmen – alle geplanten Wohnungsübergaben (60 bis 70) in den kommenden vier Monaten abgesagt werden mussten. Mit den betroffenen Mietern würden derzeit Einzelllösungen erarbeitet, versichert Gschwentner.


Kommentieren


Schlagworte