„Clouded Sky“: Mit Sombrero zurück in die Zukunft

Energischer Retrocharme, der Trost spendet: Die „Steaming Satellites“ besingen auf ihrer neuen EP „Clouded Sky“ ein baldiges Wiedersehen.

Max Borchardt, Sänger der Steaming Satellites, im Video zur neuen Single „See You in a Bit“.

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Ein Mariachi in Heimquarantäne, eingetaucht in pink-blaue Nebel, genehmig­t sich den ein oder anderen Drink. Und fragt sich bei aller scheinbaren Auswegs­losigkeit schon mal: „Where do we go from here?“ Und antwortet sich selbst: „I guess I’ll see you on the other side“ So jedenfalls klingt das im Video zu „See You in a Bit“, der neue­n Single der Band Steaming Satellites.

📽 Video | Steaming Satellites – „See You in a Bit“:

Die „andere Seite“ könnte aus heutiger Sicht für etliche Musiker wohl die schon herbeiersehnte Zeit nach der aktuellen Absage-Zeit sein. Seit heute steht fest, auch das geplante Konzert der Salzburger Satellites Ende April wird aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus abgesagt.

Die EP, die das Trio, neben Sänger Max Borchardt Emanue­l Krimplstätter und Matthäus Weber, on tour vorstellen wollte, gibt es trotzdem: „Clouded Sky“ ist seit dem Wochenende draußen.

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Nach ihrem Erfolgsalbum „Back to Space“ schicken die drei jetzt fünf neue Songs in die Umlaufbahn, die mit mächtig Energie und Retrocharme gegen die gegenwärtige getrübte Stimmung aufbegehren. Nach den sachten Ausflügen in poppigere Gefilde machen sich die neuen Tracks auf Zeitreise zu den Anfängen der Combo: mit Sombrero zurück in die Zukunft.

Angefangen hatte alles 2006 mit ihrem Debütalbum „Neurotic Handshake at the Local Clown Party“, später gingen sie mit Portugal. The Man auf Tour. Der große Erfolg kam mit den Zehnerjahren mit insgesamt vier Alben, die sie im Zwei-Jahres-Rhythmus veröffentlichten. Die stilistischen Koordinaten waren in Richtung Space-Rock eingestellt, eingängige Refrains und weiche Synthiesounds zeigten in Richtung Pop.

Der Opener „I Never Learn“ des aktuellen Mini-Albums hingegen hat wieder Ecken und Kanten. Mit crunchigen Gitarren zeigt das Trio, dass die Garagen-­Band von früher noch da ist. Klarer Indie-Rock schreit auch aus den klaren Riffs von „Running Out of Time“, die die Hörer mit Schub in Richtung Tanzfläche treiben.

Besonders hell leuchten aber die Soul-Einsprengsel, die am besten bei „Still a Mystery“ herauskommen. Mehrstimmig besingt das Trio darin die Aussichtslosigkeit so mancher Beziehung, die im Raum hängt, wie Wolken am Himmel. Dazu passt schon der Albumtitel „Clouded Sky“. Im Abschlusssong geht’s gar um der endgültigen Schluss, der so oft zu spät kommt. Statt „Tschüss“ lautet der Songtitel „See You in a Bit“. In diesem Sinne also: Auf bald!

Indie-Rock: Steaming Satellites: Clouded Sky. Assim Records.

Live: Das Konzert am 25. April in Innsbruck wurde abgesagt.


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