Sonderfall oder Hofburg daheim: Bundespräsident Van der Bellen im Home-Office

Bundespräsident Alexander Van der Bellen befindet sich seit knapp zwei Wochen im Home-Office. Von seiner Wohnung aus hält er regelmäßig telefonischen Kontakt mit der Regierungsspitze.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen an seinem neuen Arbeitsplatz zuhause.
© Hofburg

Von Michael Sprenger

Wien – Es war Freitag, der 13. März. Das Staatsoberhaupt meldete sich abends in einer Fernsehansprache zu Wort. Alexander Van der Bellen wandte sich direkt an die Bevölkerung. Er warb dafür, die Empfehlungen von Regierung und Experten zur Bekämpfung des Coronavirus ernst zu nehmen.

Dann verließ der Bundespräsident die Hofburg. Seither ist er in seiner Wohnung – gemeinsam mit seiner Ehefrau Doris Schmidauer und Hund Juli – im 3. Wiener Gemeindebezirk im Home-­Office. Van der Bellen entdeckt bei sich auch gerade eine neue Alltagsstruktur als Bundespräsident. Von seiner Wohnung aus hält er regelmäßig telefonischen Kontakt mit der Regierungsspitze.

Er kontaktierte zuletzt immer wieder Wirtschaftstreibende und Sozialpartner, telefonierte in den vergangenen Tagen unter anderem mit seinem deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier oder den Südtiroler Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Die TV-Ansprache am 13. März war die vorerst letzte Amtshandlung von Alexander Van der Bellen in der Hofburg.
© APA/BUNDESHEER/CARINA KARLOVITS

Dort, in seiner Wohnung, unterschrieb Van der Bellen auch jene Gesetze, die vom Nationalrat im Eiltempo beschlossen werden mussten, um die drohende wirtschaftliche Katastrophe abzufedern. Die Gesetzestexte wurden von einem Chauffeur in seine Wohnung geliefert, dort übergeben – und später wieder abgeholt.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Van der Bellen hat seit über zehn Tagen, so wie die allermeisten Österreicher, seine Wohnung zum Büro umfunktioniert. Von dort aus beobachtet er das Geschehen in Österreich im Ausnahmezustand. „Zumindest einmal täglich gibt es eine Videokonferenz mit dem Bundespräsidenten, bei dem wir uns im engsten Kreis über tages­aktuelle Entwicklungen absprechen“, erklärte sein Pressesprecher Reinhard Pickl-Herk.

Und wie läuft derzeit das Leben in der Hofburg, in der Präsidentschaftskanzlei ab? Auch hier herrscht Minimalbetrieb. Neben den vor der Hofburg postierten Polizisten haben ein Portier, eine Sekretärin und ein EDV-Experte Dienst in der Kanzlei. Dieses Mini-Team wechselt sich all­e zwei Tage ab. Alle anderen Mitarbeiter der Präsidentschaftskanzlei befinden sich in Home-Office. Seit Freitag, den 13.


Kommentieren


Schlagworte