Mit neuer App Nachbarschaftshilfe leichter koordinieren

Eine neue App soll Hilfesuchende und Helfer direkt verbinden. Die Stadt Lienz setzt die App erstmals ein.

Einkaufen gehen für die Nachbarin und andere Hilfeleistungen können mit einer neuen App besser koordiniert werden.
© iStockphoto

Von Catharina Oblasser

Lienz – Zuhause bleiben: In Zeiten der Corona-Krise gilt das besonders für ältere Menschen oder solche mit angegriffener Gesundheit. Doch auch sie brauchen Lebensmittel, Medikamente oder jemanden, der mit dem Hund Gassi geht. An hilfsbereiten Mitbürgern mangelt es nicht, die Schwierigkeit besteht eher darin, Helfer und Hilfe­suchende möglichst passgenau zusammenzubringen.

Eine App namens „Sam“ (Smart Aid Mobil) mit einem gezeichneten Vogel als Symbol soll Abhilfe schaffen, sagt die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik. „Es gibt ein­e sehr große Solidarität und die Bereitschaft, etwas für andere zu tun. Zurzeit läuft die Vermittlung an die Hilfesuchenden über das Sozialamt im Rathaus. Damit sind wir tagtäglich beschäftigt.“

Über sam-app.info können beide Seiten direkt in Kontakt treten, beschreibt Dieter Duftner, dessen Firma Duftner Digital das Angebot entwickelt hat. „Man braucht keinen Vermittler, denn eine herkömmliche Hotline ist in Krisenzeiten nur allzu schnell überlastet.“

Konkret funktioniert das so, dass der Hilfesuchende sein Anliegen – zum Beispiel einen Einkauf – über das Smart­phone in die App eingibt. Unterstützungswillige sehen das, überlegen, ob es zeitlich und örtlich für sie machbar ist, und antworten. Danach werden die Details abgesprochen und der Auftrag wird ausgeführt. Was die Sicherheit betrifft, so erklärt Blanik: „Die Personen geben ihre Daten an, sodass beide Seiten wissen, mit wem sie es zu tun haben.“

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An „Sam“ wird nicht erst seit der Corona-Krise gearbeitet. Eigentlich sollte die App auch „Minijobs“ vermitteln, zum Beispiel kleine Reparaturarbeiten. Eine Bewertung der Nachbarschaftshelfer war ebenfalls vorgesehen. Das ist nun vorerst auf Eis gelegt.

„Die App ist kostenlos, jeder kann sie herunterladen“, informiert Dieter Duftner. „Und sie wird werbefrei sein.“ Obwohl auch Hilfskategorien wie Handwerk oder Reparaturen zur Auswahl stehen, soll das neue Angebot keinesfalls eine Konkurrenz zu gewerblichen Unternehmen darstellen, so der Firmenchef.

Die Bürgermeisterin sieht in der neuen Anwendung ein­e Chance, die Solidarität, die jetzt herrscht, zu erhalten: „Über die Zeiten von Corona hinaus.“


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