Stromversorger gerüstet: Feldbettlager steht für Tiwag-Mitarbeiter bereit

Wie Studien zeigen, kann die Aufrechterhaltung der Stromversorgung auf der Kippe stehen, wenn 20 Prozent der Mitarbeiter wegen Krankheit ausfallen. Seit Ende Februar tritt auch bei der Tiwag das Konzernkrisenmanagement alle 24 Stunden zu einer Lagebeurteilung zusammen.

Damit die Stromversorgung in Tirol sichergestellt ist, tagt das Tiwag-Krisenmanagement täglich.
© Tiwag

Innsbruck, Wien – Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krisenvorsorge, Herbert Saurugg, erinnert erneut daran, wie wichtig Vorkehrungen im Bereich der kritischen Infrastruktur sind. Wie Studien zeigen, kann die Aufrechterhaltung der Stromversorgung auf der Kippe stehen, wenn 20 Prozent der Mitarbeiter wegen Krankheit ausfallen, wie Saurugg vor Kurzem in der TT betonte.

Die Wien Energie hat nun deshalb in der Corona-Krise Mitarbeiter isoliert. 53 Mitarbeiter, die sich freiwillig gemeldet haben, trennen sich für die kommenden Wochen von ihren Familien und ziehen direkt zu den Anlagestandorten von Wien Energie. Von der Außenwelt abgeschnitten, soll eine Ansteckung verhindert werden. In Tirol geht man diesen Schritt noch nicht. „Derzeit sind keine Tiwag-Mitarbeiter in Kraftwerken oder Leitstellen ‚kaserniert‘“, sagt Pressesprecherin Barbara Holas-Gallop. Man habe aber „alle notwendigen Vorkehrungen für die Sicherstellung der Strom-, Gas- und Wärmeversorgung der Tiroler Bevölkerung und Wirtschaftsbetriebe getroffen“.

Bereits im Jänner wurden – im Einklang mit der Ausrufung der WHO-Warnstufe IV – die Schutzmaßnahmen in der Tiwag-Gruppe schrittweise erhöht. Dazu gehörten als erste Maßnahmen „unter anderem die Einberufung eines Pandemiebeauftragten“, sagt Holas-Gallop. Seit Ende Februar tritt laut Holas-Gallop das Konzernkrisenmanagement alle 24 Stunden zu einer Lagebeurteilung zusammen. Zudem wurden „mit getrennten Diensteinteilungen und Aufteilung der Mitarbeiter in kleinere Teams zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen“. Für den Fall einer weiteren Verschärfung könnte man jedoch auch den Isolationsschritt gehen. „Nahrungsmittel sind bereits für mehrere Wochen eingelagert und Feldbettlager wurden errichtet.“ (wa)

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