Europa und die USA weiter im Zentrum der Corona-Pandemie

Nach Überschreiten der Marke von 600.000 Infizierten Samstagmittag sind in der Coronavirus-Krise Sonntagnachmittag (MESZ) weltweit bereits mehr als 680.000 positiv getestete Personen gemeldet gewesen. Insgesamt knapp 32.000 Todesopfer wurden dabei betrauert, wobei Europa mit mehr als 22.000 über zwei Drittel davon stellte. Mehr als 363.000 Menschen infizierten sich in Europa bisher.

Spanien hat dabei seinen traurigen Rekord an Todesopfern vom Vortag am Sonntag mit 838 Verstorbenen noch um sechs Personen übertroffen. Die Zahl der Infizierten stieg auf knapp 78.000. Damit lag das iberische Land nur noch knapp hinter China, dem ursprünglichen Epizentrum der Coronavirus-Plage. Die Spanier konnten aber immerhin aus einem Rückgang der Infektionszahlen im Vergleich zum Vortag um knapp vier Prozent etwas Hoffnung schöpfen.

In dem weit mehr als 50.000 Infizierte aufweisenden Deutschland mit knapp 4.000 neuen Fällen an einem Tag warnte mit Lothar Wieler der Präsident des Robert-Koch-Instituts vor drohenden Beatmungs-Kapazitätsengpässen. Er empfahl, frühestens Mitte April darüber zu diskutieren, ob getroffene Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen wirken. Aus Australien wurden etliche Deutsche von einem mit einigen positiven Fällen gestrandeten Kreuzfahrtschiff zurückgeflogen.

Italien hatte am Samstag als erstes Land mehr als 10.000 Todesopfer zu beklagen. Die Zahlen vom Sonntag standen vorerst noch aus. Die Ausgangssperre in Österreichs Nachbarland scheint aber Wirkung zu zeigen, der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamte sich am Wochenende weiter. Von Sizilien wurden indes Supermarkt-Plünderungen gemeldet, den Leuten fehle es an Geld. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte die Ausgabe von Lebensmittelgutscheinen an.

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In Großbritannien hat der infizierte Premierminister Boris Johnson seine Landsleute nach Ansteigen der Todeszahlen auf mehr als 1.000 im Land auf schwere Zeiten eingestimmt. In den nächsten Tagen soll ein entsprechender Brief an 30 Millionen Haushalte gehen. Johnson rechtfertigt darin die Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung des Coronavirus. Sie seien absolut notwendig. Die Infizierten-Zahl in Großbritannien stieg am Sonntag auf mehr als 17.000.

Einen anderen Ansatz in der Corona-Bekämpfung verfolgt Norwegen, indem auch bald Menschen ohne Symptome getestet werden sollen. Das soll ein besseres Bild von der Anzahl der Infektionen im Land geben. Vorbild für diese Vorgangsweise ist Island. Serbien wiederum bringt Erkrankte mit nur leichten Symptomen in improvisierten Massen-Lazaretten in Belgrad, Novi Sad und Nis unter Quarantäne. Damit soll die Ausbreitung des Virus verlangsamt werden.

Außerhalb Europas sind die USA nach wie vor das aktuelle Epizentrum, gemessen an Infizierten mit rund 125.000 per Sonntagnachmittag (MESZ) längst auch weltweit. Nach Anzahl der Toten haben die Vereinigten Staaten als sechstes Land die 2.000er-Marke überschritten. Die zunächst von US-Präsident Donald Trump erwogene Quarantäne für das schwer getroffene New York und andere Corona-Hotspots setzte der Republikaner letztlich doch nicht in die Tat um.

Für Bestürzung sorgte die Nachricht vom Corona-Tod eines Säuglings in Chicago. Das Ableben des nicht einmal ein Jahr alten Babys sollte untersucht werden, es hatten keine Vorerkrankungen vorgelegen. Erkrankungen und gar Todesfälle unter jungen Leute wegen des Coronavirus sind viel seltener als bei Älteren. Besondere Trauer löste daher auch der Tod eines 26-Jährigen in Italien aus, an dessen Trauerfeier am Sonntag online rund 500 Personen teilnahmen.

In Wuhan in China, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte indes am Wochenende langsam wieder Alltag ein. Nach Aufheben der Isolation kehrten alleine am Samstag rund 60.000 Leute in die Stadt zurück. Um eine zweite Infektionswelle durch „importierte“ Fälle zu verhindern, schloss China für die meisten Ausländer die Grenzen und strich das Gros der internationalen Flüge. Seit Mittwoch wurde in der Provinz Hubei, dessen Hauptstadt Wuhan ist, kein Fall mehr gemeldet. Wegen der Pandemie leben inzwischen mehr als drei Milliarden Menschen rund um den Globus in häuslicher Isolation.


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