5000 Unterschriften gegen das Kraftwerk an der Ötztaler Ache

Der Widerstand gegen das KW Tumpen-Habichen im Ötztal verlagert sich nun ins Internet.

Mittels Online-Petition statt durch eine Demo wollen sich die Kraftwerksgegner nun Gehör verschaffen.
© WWF/Götsch

Oetz, Umhausen, Innsbruck – Bereits am ersten Wochenende nach dem Petitionsstart gegen das Kraftwerk an der Ötztaler Ache konnten die Kraftwerksgegner 5000 Unterstützer gewinnen. Sie fordern einen sofortigen Baustopp und setzen, nicht zuletzt wegen der Corona-Maßnahmen, auf Widerstand aus dem Internet.

Am 13. März wurde bekannt, dass mit Baggerarbeiten für das KW Tumpen-Habichen begonnen wurde. Die Ötztaler Wasserkraft GmbH, bestehend aus den Gesellschaftern Gemeinde Oetz und Gemeinde Umhausen, Tiwag und Auer Beteiligungs GmbH, rechtfertigte diese Maßnahme damit, einen gültigen Naturschutzbescheid nicht verfallen lassen zu wollen.

Postwendend folgte der Protest von Umweltschutzverbänden und einer lokalen Bürgerinitiative unter der Wortführerschaft des WWF. Vor allem durch den überraschenden Baustart, ohne Klärung aller rechtlichen Fragen, fühlen sich die Gegner vor den Kopf gestoßen. Die Kritik betrifft auch direkt die Bestimmungen zur Corona-Eindämmung. Da das Kraftwerksprojekt von Beginn an auf Widerstand stieß, laufen die Ausgangsbeschränkungen aktivem Protest durch die Bevölkerung zuwider, wie der WWF bereits kritisierte.

Die Initiatoren der Online-Petition über change.org fordern von der Tiroler Landesregierung „den Stopp der nicht genehmigten Baustelle sowie eine Absage der naturzerstörerischen Kraftwerkspläne“ an der Ötztaler Ache. In Mitleidenschaft gezogen werde auch die „weltberühmte Kajak-Strecke“ am Flussabschnitt „Wellerbrücke“, wo jahrelang die Extrem-Kajak-Weltmeisterschaften ausgetragen wurden. „Es wäre das erste Kraftwerk in der sonst frei fließenden Ache“, warnt Marianne Götsch, WWF-Sprecherin für Gewässerschutz. (top)

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