Helden des Alltags: Voller Einsatz trotz vereitelter Lebensplanung

Den neuen Job als Elektrotechniker muss Philipp Pochlatko vorerst an den Nagel hängen. Der Zivildiener lässt sich davon jedoch nicht entmutigen.

Philipp Pochlatko verlängert seinen Zivildienst um drei Monate. Foto: Rotes Kreuz Tirol/Bezirksstelle Osttirol
© RK Tirol/Bezirksstelle Osttirol

Lienz – Das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen zu dessen Eindämmung stellen nicht nur den Alltag der Österreicher derzeit völlig auf den Kopf. Auch berufliche Zukunftspläne mussten auf Eis gelegt werden.

So auch jene des Osttirolers Philipp Pochlatko. Der 19-Jährige aus Schlaiten hätte eigentlich am 30. März abgerüstet und seinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Lienz beendet. Doch da hatte der Virus etwas dagegen: Statt an seinen ersehnten Arbeitsplatz geht es für Philipp in die Zivildienst-Verlängerung.„Ich habe meinen neuen Arbeitsvertrag bei einer Osttiroler Firma schon unterschrieben. Dort hätte ich begonnen, als Elektrotechniker zu arbeiten“, erzählt der junge Mann.

Für Philipp Pochlatko „brach im ersten Augenblick schon ein bisschen eine Welt zusammen“, erinnert er sich, denn der Job, auf den er sich so sehr gefreut hat, schien plötzlich verloren. „Da wird einem mit einem Schlag die ganze Lebensplanung genommen“, schildert er seine ersten Gefühle. „Jetzt – mit etwas zeitlichem Abstand betrachtet – ist das Ganze aber nur halb so schlimm. Vor allem, weil mein neuer Arbeitgeber auf die Situation sehr verständnisvoll reagiert hat“, zeigt er erleichtert. Er bekam sogar das Angebot, sich nach der Zivildienstverlängerung erneut zu bewerben. Inzwischen ist sich Philipp sicher: „Es wird schon wieder.“ Er ist auch zuversichtlich, danach in seinem Wunschberuf als Elektrotechniker tätig sein zu können.

Die nächsten Monate konzentriert er sich ganz auf seine neue alte Aufgabe. „Ich habe in den vergangenen Monaten beim Roten Kreuz viel gesehen. Manches war nicht so schön, wenn ich beispielsweise an diverse Verkehrsunfälle denke.“ Doch davon will sich Philipp nicht entmutigen lassen. Einige Erinnerungen seien nämlich sehr positiv. „Während der Krankentransporte kommt man mit den Patienten ins Gespräch. Man erfährt vieles, lernt andere Sichtweisen kennen und hört Zeitgeschichte aus erster Hand“, erzählt er aus seinem Alltag.

„Auch wenn die nächsten Monate anders als geplant ausschauen und ich nicht so viel verdiene wie gedacht: Einer für alle – Österreich braucht mich jetzt und ich freue mich auf den Beitrag, den ich dazu leisten kann.“ (TT, fasi)


Kommentieren


Schlagworte