Tiroler Landespolitik in der Corona-Krise: Zwischen Angriff und Verteidigung

Die Landespolitik jongliert derzeit zwischen Aufarbeitung und Ischgl, fehlender Einbindung der Hausärzte sowie Kritik an Gesundheits-LR Tilg.

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Franz Nigl • 01.04.2020 11:16
Das Versagen der Tiroler Politik und Behörden ist so umfangreich und einfach nicht mehr zu verleugnen: 1.) 5.März: Meldung aus Island von Erkrankten Ischgl Rückkehrern. Zu diesem Zeitpunkt hätten alle Verantwortlichen im höchstem Alarmzustand sein müssen. 2.) 7. März: Barkeeper positiv getestet. ZU diesem Zeitpunkt musste JEDEM VERNÜNFTIGEN UND VERANTWORTUNGSBEWUSSTEN Menschen klar sein, dass die Notbremse zu ziehen ist! Sofortige Abriegelung des gesamten Paznaun! Jeder, der die Situation kennt, weiß, dass aus allen Orten im Tal nach Ischgl eingependelt wird und dort gefeiert wird. 3.) Weiterbetrieb der Liftanlagen und aller Gaststätten und Bars nach dem Schließen des Kitzloch und am 9.3. und der anderen Apres Ski Bars am 10.3. Jedem Verantwortungsbewussten und um die Gesundheit der Bevölkerung besorgten Politiker musste klar sein, dass inzwischen das Virus bereits breit gestreut war, und auch in Liftkabinen, normalen Restaurants, bei den Frühstücksbuffets etc. die Ansteckung ungebremst weiter gehen würde! 4.) Völlig verantwortungsloses Handeln der Tourismusverbände durch Vorwarnung der Betriebe. Vor der Bekanntgabe der Quarantäne durch Kanzler Kurz waren viele Betriebe vorgewarnt und drängten ihre vielfach ausländischen Mitarbeiter zur sofortigen Abreise. Offenbar war die Vorstellung diese Mitarbeiter zwei Wochen und mehr durchfüttern zu müssen für viele Betriebe unerträglich. 5.) Die von den Behörden verhängte Quarantäne wurde von den Behörden nicht ernst genommen. Die Absperrmaßnahmen kamen zu spät, viele Touristen und Mitarbeiter waren schon vorher abgereist. Aber man ließ auch jene abreisen, die keine Möglichkeit hatten, wie in den Maßnahmen gefordert, unverzüglich ohne Zwischenstopp auszureisen. 6.) Niemand kontrollierte , dass diese Personen wie gefordert unverzüglich ausreisten. Dass viele ihren Urlaub in anderen Tiroler Gegenden ihren Urlaub verlängerten trug zu einer weiteren Verbreitung des Virus bei. 7. Niemand machte den Hoteliers bewusst, dass sie eine Verantwortung und eine Fürsorgepflicht für Mitarbeiter und Gäste hatten, als sie Mitarbeiter und Gäste aus ihren Häusern warfen und zur Abreise nötigten. Wenn eine Gast erst am Samstag oder Sonntag einen Rückflug hat, so kann ein Beherbergungsbetrieb diese Personen nicht am Freitag aus dem Haus werfen! Das hätte grundsätzlich klar sein müssen, hätte aber auch in die Quarantäneanweisungen reingehört! 8.) Verteilung von ausgewiesenen Gästen sogar mit polizeilicher Hilfe auf andere Hotels. Unfassbar. Richtig wäre eine Rückführung in die bisherigen Hotels gewesen! 9.) Die Mantra artigen Beteuerungen im Vorfeld der Krise: Wir haben alles im Griff, wir sind bestens vorbereitet! Jetzt stellt sich heraus, wir sind überhaupt nicht vorbereitet! Hausärzte , Pflegekräfte, Kliniken, Alters- und Pflegeheime, 24 Stunden-Betreuer,... alle sind alleingelassen ohne ausreichende Schutzbekleidung, Schutzmasken, etc. Nun wird täglich verkündet, wie aktiv man sei, wo man nicht überall versucht Schutzmittel einzukaufen, aber der Weltmarkt wäre halt angespannt! Kein Wunder, aber ein kluger und um die Gesundheit der Bevölkerung besorgter Politiker hätte rechtzeitig vorgesorgt! Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Unerträglich sind die Beteuerungen alles richtig gemacht zu haben. Unerträglich ist es, dass Menschen, denen die Gesundheit der Bevölkerung anvertraut ist, immer wieder betonten, wie unwahrscheinlich die Ansteckung in einer Apres-Ski Bar wäre, immer wieder unwahrscheinlich und geringes Risiko! Das zu einer Zeit, in der es im Nachbarland Italien, in Bergamo - nahe am Gardasee! - bereits 107 Tote gab! Eine gründliche Aufarbeitung des massiven Behörden- und Politikversagens kann sinnvollerweise erst nach der Krise erfolgen. Allerdings haben die Personen Tilg, Katzgruber, Hornischer jedes Vertrauen verspielt. Sie sind als Krisenmanager oder Berater in der Krise völlig ungeeignet und durch neutrale FACHLEUTE zu ersetzen! Und noch eine Frage quält mich immer wieder: Wo war in der ganzen Zeit der Koalitionspartner? Dass der Landeshauptmann und seine Gefolgsleute am Gängelband der mächtigen Touristiker und Seilbahner hängen war ja jedem halbwegs kritischen Bürger klar, aber dass sich der Koalitionspartner bei einer derart sich aufbauenden Gefahr derart der Koalitionsdisziplin unterwirft ist ernüchternd. Den Einen ist die Wirtschaft wichtiger als die Gesundheit den Anderen der Fortbestand der Koalition. Wie gesagt, es ist ernüchternd!
Martin Kröll • 01.04.2020 09:20
hoffe die fälligen werden zur Rechenschaft für den angerichteten Schaden gezogen, wie es auch bei kleinen Arbeitnehmern oder Bürgern gehandhabt wird und das nicht bei vollem Lohnausgleich
Manfred Habacher • 01.04.2020 05:34
Wo ist der Tilg, ist er in Quarantene?? Seit seinem dillantischen Interview nichts mehr gehört??Oder befindet er sich gar in Kurzarbeit bei vollem Lohnausgleich?
Florian Zechel • 01.04.2020 11:10
Der wird vorerst abgeschottet, dann muss er als Bauernopfer herhalten, bis schließlich für ihn wie sonst ein neuer Job kreiert wird, falls nicht zufällig jemand in Pension geht und eine gut dotierte Stelle ist frei

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