Tour durch Tirol: Sparschwein überführte Einbrecherkönig

Fingerabdrücke wurden einem Einbrecher zum Verhängnis.
© dpa/Andreas Gebert

Innsbruck – Mitsamt Maske wurde ein Ungar wegen angeklagten Einbruchdiebstahls von der Justizwache ans Landesgericht geführt. Richterin Sandra Presslaber hatte es bei dem 49-Jährigen mit einem lupenreinen Berufskriminellen zu tun. So war der Angeklagte seit Jahren durch Europa gereist und hatte sich dabei auf Hotel- und Lokal­einbrüche spezialisiert.

Auch in Tirol war der „Tourist“ gerne eingekehrt. Und verabschiedete sich schon 2018 aus dem Unterland mit 1400 Euro Beute aus fünf Einbrüchen. Mehr war es nicht, da drei Taten beim Versuch blieben. Was blieb, war enormer Sachschaden für die Gastronomen. Ein Hotelier hatte zuvor jedoch bei der Sicherheitsausstattung keine Kosten gescheut und eine Kamera montiert. In einem anderen Hotel war DNA sichergestellt worden. Dann war Ruhe. Kein Wunder, hatte der Ungar doch seine Aktivitäten nach Bayern verlegt – mit Endstation JVA München-Stadelheim.

Anfang letzten Juni öffneten sich dort die Gefängnistüren und schon am 22.Juni befand sich der 49-Jährige auf Einbruchstour in Landeck.

Dort zerschlug er in einem Hotel auch ein Sparschwein. Auf den zusammengesetzten Scherben konnten die Ermittler dann Fingerabdrücke nehmen. Derselbe „modus operandi“, DNA, die Videoaufzeichnung von 2018 und die Rache des Sparschweins ließen dann auch Verteidiger Peter Wallnöfer zum umfassenden Geständnis raten, da wegen unglaublich schnellen Rückfalls und Begehung während anhängigen Strafverfahrens eine Strafschärfung bis zu viereinhalb Jahre Haft angestanden hatte. Richterin Presslaber beließ es für den anfangs noch teils Leugnenden bei rechtskräftigen 30 Monaten Haft: „Es passt alles zusammen. Dazu gibt’s ja keine einzige Vorstrafe, die nicht einschlägig ist.“ (fell)


Schlagworte