Corona-Krise: Mehr Arbeitslose in Tirol, viele Kurzarbeit-Anträge

Die Arbeitslosenzahlen für Österreich werden heute bekannt gegeben. Das AMS Tirol schult Mitarbeiter zur Abwicklung der Kurzarbeit.

Das AMS bittet Jobsuchende oder Unternehmer, die sich für Kurzarbeit interessieren, Anträge per Mail oder telefonisch zu stellen.
© Foto Rudy De Moor

Von Cornelia Ritzer

Wien, Innsbruck – Beim Arbeitsmarktservice (AMS) in Innsbruck hat man derzeit alle Hände voll zu tun. Ein Grund dafür sind die stark gestiegenen Arbeitslosenzahlen. Mit Stand Sonntag waren 39.848 Personen in Tirol ohne Beschäftigung. „Es sind sehr, sehr hohe Zahlen“, sagt Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol. Enorm ist vor allem das Plus von 194,7 Prozent an Arbeitslosen, das im Zeitraum vom 15. März bis 29. März verbucht wurde. Kern: „Real betrachtet ist das ein hoher Anstieg – jedoch von einem niedrigen Niveau.“ Noch Anfang März gab es in Tirol einen Rückgang der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer.

Die meisten zusätzlichen Arbeitslosen werden in der Hotellerie und Gastronomie gezählt. Das liege vor allem am hohen Anteil von Saisonarbeit im Tourismusland, analysiert Kern. Außerdem sei Tirol „vor besonderen Herausforderungen“ gestanden. Mitte März wurde in Tirol im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine „Verkehrsbeschränkung“, de facto also eine Ausgangssperre, verkündet. Schon zuvor wurden die Skigebiete in Tirol zugesperrt, die Wintersaison endete frühzeitig.

Auch die neue Corona-Kurzarbeitsregelung, die von vielen Betrieben in Anspruch genommen wird, um Kündigungen zu verhindern, verlangt der Landesgeschäftsstelle einiges ab. „Wir sind laufend dabei, Mitarbeiter für die Bearbeitung der Anträge einzuschulen“, sagt der Tiroler AMS-Chef. Die Regierung hat das Budget für die Kurzarbeit auf eine Milliarde Euro aufgestockt. Eine aktuelle Statistik bezüglich Kurzarbeit – und auch der Arbeitslosenzahlen – ist für heute zu erwarten, wenn die Gesamt-Arbeitslosenzahlen für März bekannt gegeben werden. Ende Februar waren in Österreich rund 400.000 Personen arbeitslos oder in AMS-Schulungen. Die Coronavirus-Krise hat die Arbeitslosenzahlen im März auf ein Rekordhoch steigen lassen, in der Vorwoche hatte das AMS ein Plus von 170.800 Arbeitslosen bekannt gegeben.

Angesichts der Sicherheitsbestimmungen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, verweist Kern auf die Möglichkeit, Anträge und Ansuchen per E-Mail oder telefonisch einzubringen.


Kommentieren


Schlagworte