2018 und 2019 im Vergleich: Gewalt von rechts steigt in Tirol

Gegenüber 2018 hat die Anzahl der rechtsextremen Straftaten, Anzeigen und Straftäter zugenommen. Innsbruck führt die Statistik an, auf Rang zwei befindet sich der bevölkerungsreichste Bezirk Innsbruck-Land.

„Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, so Nationalrätin Barbara Neßler.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Rechtsextreme Umtriebe haben im vergangenen Jahr in Tirol zugenommen. Das geht zumindest aus den Zahlen hervor, mit denen das Innenministerium jetzt eine parlamentarische Anfrage der Grünen beantwortet hat.

Die Statistik im Detail: Im Vorjahr hat die Exekutive in Tirol 92 Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund registriert. 2018 waren es noch deutlich weniger – der damalige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gab 74 Tathandlungen bekannt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Jahresvergleich der ausgeforschten rechtsextremen Straftäter: Auch hier gab es eine Zunahme – von 55 (davon sieben Frauen) im Jahr 2018 auf 79 (ebenfalls sieben Frauen) im Vorjahr.

Auch die Anzahl der erstatteten Anzeigen wegen verschiedener rechtsextremer, rassistischer, antisemitischer oder islamfeindlicher Umtriebe ist gestiegen: von 125 auf 157 im abgelaufenen Jahr.

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Mit 26 Straftaten und 22 angezeigten Personen war Innsbruck 2019 offenbar das Zentrum des Tiroler Rechtsextremismus. Auf Rang zwei befindet sich der bevölkerungsreichste Bezirk Innsbruck Land mit je 13 Straftaten und angezeigten Verdächtigen.

„Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus haben in unserer Gesellschaft keinen Platz“, kommentiert die Tiroler Nationalratsabgeordnete Barbara Neßler (Grüne) die Entwicklung: „Jede Form von rechter Gewalt muss mit allen rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden.“


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