Tiroler Lebenshilfe: 1000 Masken benötigt, nur 20 wurden geliefert

Die Tiroler Lebenshilfe bittet das Land um weitere Schutzausrüstung. Rund 1000 OP-Masken pro Woche werden benötigt. Von den Behörden zur Verfügung gestellt wurden bisher 20 – insgesamt. Soziale Organisationen plädieren für Corona-Tests bei Pflegepersonal.

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Schutzmasken und Mund-Nasen-Schutz werden auch von der Lebenshilfe benötigt.
© Vanessa Rachlé

Von Benedikt Mair

Innsbruck, Wien – Angesucht und bestellt wurde laufend, geliefert am Ende ein Bruchteil. „Das, was wir vom Land Tirol an Schutzausrüstung bekommen haben, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert Georg Willeit, Geschäftsführer der Tiroler Lebenshilfe. Um Mitarbeiter und Klienten angemessen vor dem Coronavirus zu schützen, werden laut Auskunft der Lebenshilfe rund 1000 OP-Masken pro Woche benötigt. Von den Behörden zur Verfügung gestellt wurden bisher 20 – insgesamt.

Willeit vermisst die Einsicht, „dass die Arbeit mit Menschen mit Behinderung systemrelevant ist“. Weil Hilfe von den öffentlichen Stellen ausblieb, versuchte sich die Einrichtung selbst zu helfen. Die entsprechende Ausrüstung auf dem freien Markt zu erstehen, ist schwierig bis unmöglich, 3000 Stoffmasken sind deshalb betriebsintern genäht worden. „Jetzt soll ich die OP-Masken dann aber im Supermarkt ausgeteilt bekommen und wir haben immer noch keine“, klagt Willeit an. „Aber auch bei uns herrscht Druck, dass die 1500 Angestellten und 2000 Klienten vor einer Infektion bewahrt werden.“

Andere soziale Einrichtungen in Tirol haben kein Problem. „Alle Bestellungen, die wir beim Land aufgegeben haben, sind auch bei uns eingetroffen“, sagt Tirols Caritas-Direktor Georg Schärmer. „Unsere zentralen Angebote können uneingeschränkt aufrechterhalten werden.“ Laut der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Landes Tirol steht eine Lösung für das Problem der Lebenshilfe bereits in den Startlöchern: „Derzeit wird die Ausgabe von rund 20.000 Schutzmasken für mobile und stationäre Behinderteneinrichtungen vorbereitet.“

Österreichweit richteten gestern indes die sozialen Organisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk und Volkshilfe einen Appell an Bund und Länder. „Unser Pflegepersonal hat nach wie vor nicht ausreichend Schutzbekleidung zur Verfügung“, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung. Hier gelte es nachzubessern. Außerdem forderten die Einrichtungen, dass im Pflegebereich massiver auf das Coronavirus getestet werde, um eine Ausbreitung durch unerkannte Infektionen, beispielsweise innerhalb von Heimen, zu verhindern.

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