Suzuki Vitara: Die Hybrid-Power macht den Unterschied

Der Suzuki Vitara hat 2020 einen Hybrid-Motor spendiert bekommen. Was im ersten Moment nicht nach Sensation klingt, entpuppt sich im Test als starkes Kaufargument.

Mit dem Mildhybrid-System ist Suzuki ein motorisches Gustostückerl gelungen.
© Angela Fuchs

Von Martin Lugger

Reith im Alpbachtal – Der Suzuki Vitara ist seit Jahrzehnten ein klingender Name im Segment der geländegängigen Fahrzeuge. Als waschechter Geländewagen eroberte er zwischen 1988 und 1998 die Herzen einer treuen Fangemeinde. 2015 hat Suzuki den Vitara reaktiviert – allerdings den Zeichen der Zeit folgend in Form eines trendigen Kompakt-SUV. Das aktuelle Modell profitiert optisch vom gelungenen Facelift des 2018er-Jahrgangs, das auch ein Motor-Downsizing von 1,6 auf 1,0 bzw. 1,4 Liter mit sich brachte. Ganz neu ab 2020 ist der optionale Hybrid-Antrieb – und der hebt den Fahrspaß auf eine neue Stufe.

Das so genannte Mildhybrid-System hebt sich von vielen Konzepten anderer Hersteller durch seine Funktionsweise ab. Der Elektromotor greift beim Suzuki unterstützend ein – einerseits in der kurzen Zeitspanne zwischen dem Betätigen des Gaspedals und dem Ansprechen des Benzinmotors. Und anschließend auch beim Beschleunigen im Drehzahlkeller, bevor der Turbolader einsetzt. Das Drehmoment erhält auf diese Weise einen Boost – und das merkt man auch. Der Antritt des quirligen Japaners beeindruckt und lässt angesichts der auf dem Papier mickrig wirkenden 129 PS anerkennend mit dem Kopf nicken. Dabei bleibt das Aggregat jederzeit angenehm leise und sehr kultiviert.

Die versprochene Senkung des Verbrauchs hält sich in Grenzen. Im gemischten Alltagstest genehmigt sich der Vitara einen guten Liter mehr, als es die Berechnung des Bordcomputers verspricht. Die 7,6 Liter können sich im Hinblick auf die Fahrleistungen dennoch sehen lassen.

Nicht nur der potente Hybrid-Motor beschert Fahrvergnügen. Die ausgesprochen leichtgängige und direkte Lenkung trägt ebenso zum Wohlgefühl bei wie die tadellosen, fein dosierbaren Bremsen. Das Fahrwerk schafft den Spagat zwischen Komfort und Sportlichkeit und gibt jederzeit ausreichend Feedback.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benzin-Elektro-Hybrid

Hubraum: 1373 ccm

Drehmoment: 235 Nm

Leistung: 95 kW/129 PS

L/B/H: 4170/1775/1595 mm

Gewicht: 1262/1770 kg

Kofferraumvolumen: 375–1120 l

Tankinhalt: 47 l

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

0–100 km/h: k. A.

Testverbrauch: 7,6 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: ab 27.590 Euro

CO2-Emission: 141 g/km

Besonders abseits befestigter Straßen ist man mit Suzukis Allrad-System „Allgrip Select“ auf der Überholspur. Der Antrieb lässt sich per Drehregler über vier Programme einstellen, welche die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse je nach Einsatzzweck optimieren. Im Test überzeugt der „Snow“-Modus jedenfalls mit sehr guter Traktion im rutschigen Gelände.

Der Innenraum hinterlässt gemischte Gefühle. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und die Sitze der „flash“-Ausstattung sind bequem und edel. Schade, dass einige billig wirkende Kunststoffteile im Interieur den soliden Eindruck trüben. Einige Abstriche sind angesichts des niedrigen Preises ab 27.590 Euro für die Allrad-Version durchaus hinnehmbar – dass auch zentrale Elemente wie der Schalthebel betroffen sind, ist unnötig. Verbesserungspotenzial weist auch das 6-Gang-Getriebe auf, das gerade im kalten Zustand manchmal hakt.

Die wenigen Kritikpunkte bleiben Jammern auf sehr hohem Niveau. Die elektronischen Helfer wie der adaptive Tempomat oder das Spurhaltesystem sind auf der Höhe der Zeit. Das Platzangebot überzeugt auch auf den hinteren Sitzen vollauf.

Preisbewusste Familienmenschen mit einer Vorliebe für Geländetauglichkeit haben mit dem Vitara noch nie etwas falsch gemacht. Mit dem Hybrid kommt jetzt noch eine gehörige Portion Punch obendrauf.


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