Tiroler Beach-Ass Ermacora: „Langsam wird es für den Kopf schwierig“

Erstmals weist die österreichische Beachvolleyball-Rangliste Martin Ermacora und Partner Moritz Pristauz als Nummer eins aus.

Martin Ermacora hält sich in den eigenen vier Wänden fit.
© Ermacora

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Woche um Woche, Tag und Nacht – die Beach­volleyballer Martin Ermacora und Moritz Pristauz verbringen für gewöhnlich mehr Zeit miteinander als ein herkömmliches Ehepaar. Das Coronavirus hat die beiden nun aber schlagartig getrennt. Der Tiroler und der Steirer sitzen, anstatt auf der World-Tour zu spielen, nun in ihrer Wahlheimat Wien fest, allerdings in getrennten Wohnungen. „Wir werden uns auch in naher Zukunft nicht sehen, höchstens über Skype“, sagt der Natterer.

Selbst zum jüngsten Erfolg konnten sich Ermacora/Pris­tauz gegenseitig lediglich über das Internet gratulieren: Seit vergangener Wochen scheinen sie erstmals als Nummer eins Österreichs auf. Die EM-Dritten von 2019 liegen in der nationalen Rangliste vor Doppler/Horst und Seidl/Wallner. „Die Nummer eins zu sein, war immer eines unserer Ziele“, beschreibt Ermacora. Weil aufgrund des Coronavirus nicht gespielt wird, dürften sie den Platz auch noch länger innehaben.

Die Rückkehr auf Sand bleibt für Ermacora offen.
© gepa

Die anderen Ziele sind ihnen hingegen kurzfristig ausgegangen. Alles ist offen, Olympia verschoben, die Qualifikation dafür unterbrochen, die Major-Turniere sind abgesagt. „Für mich wäre es auch unvorstellbar gewesen, ohne Zuschauer auf der Donauinsel zu spielen“, beschreibt der Tiroler.

Wann die beiden wieder gemeinsam trainieren können, ist auch noch nicht absehbar. Derzeit schwitzt jeder für sich daheim und „so langsam wird es auch für den Kopf schwierig. Die Motivation zu erhalten, ist nicht leicht, aber das wird wohl das Entscheidende für die Zukunft sein“, so der 2,03 m große 25-Jährige. An die Stelle der Turnierphase rückt nun also eine weitere der Vorbereitung, der Frühling wird damit schlagartig wieder zum Herbst.

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„Aber“, ergänzt Ermacora, „wir dürfen uns im Moment nicht so wichtig nehmen. Manche plagen Existenzängste, andere verlieren ihren Job. Wir sind Gott sei Dank über das Bundesheer abgesichert. Jammern ist also nicht angebracht.“ Wenn es so wie jetzt die Situation erfordere, auf das Training mit seinem Partner zu verzichten, „dann leiste auch ich selbstverständlich meinen Beitrag“.

Bis sich die beiden wiedersehen können, helfen die „echten“ Lebensgefährten aus: Ermacoras Freundin Katharina ist Hobby-Volleyballerin, Pristauz’ Partnerin Oda Beachvolleyballerin auf der World Tour. Selbst für einen Mixed-Bewerb wäre man in Zukunft also bereit.


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