Schwazer Adler-Lacke sattelt um auf Desinfektion

Schwazer Adler-Lacke stellen Teile der Produktion auf Desinfektionsmittel um und wollen so auch Kurzarbeit vermeiden.

Produktionschef Romed Staggl und Firmensprecherin Claudia Berghofer.
© Adler

Von Max Strozzi

Schwaz –Wie manche anderen Unternehmen stellt auch die Firma Adler Lacke in Schwaz Teile ihrer Produktion auf Produkte um, die gerade benötigt werden. So werden seit einigen Tagen in den Schwazer Lackwerken, die im vergangenen Jahr um rund 60 Millionen Euro ausgebaut wurden, auch Desinfektionsmittel hergestellt. „In unserer Lackfabrik verfügen wir über die erforderlichen Anlagen und das Know-how, um Desinfektionsmittel in hoher Qualität und großer Menge herzustellen, erklärt Produktionsleiter Romed Staggl. Produziert würden Desinfektionsmittel für Hände und Oberflächen auf Basis anerkannter Rezepturen der Weltgesundheitsorganisation.

Konkret seien im Schwazer Werk Lösemittelproduktionsanlagen auf die Desinfektionsmittelproduktion umgestellt worden, die Abfüllanlage habe adaptiert werden müssen. Insgesamt könne man nun pro Woche 60.000 Liter Desinfektionsmittel produzieren: für den Eigenbedarf, für Krankenhäuser, Industrie oder Baufirmen. Die Rohstoffsituation für die Desinfektionsmittel gestalte sich zwar nicht einfach. „Als chemischer Betrieb haben wir aber einen guten Zugang zu Lieferanten“, erklärt Firmensprecherin Claudia Berghofer.

Der neue Produktionszweig helfe auch, den Betrieb in der Schwazer Lackfabrik aufrechtzuerhalten. Man sei freilich auch bei Lacken weiterhin „voll produktions- und lieferfähig und wir bekommen nach wie vor ausreichend Bestellungen“, schildert Berghofer. Vor allem das Online-Geschäft boome. 600 Mitarbeiter stellen in der Regel Lacke, Farben und Holzschutzmittel her. „Unser Ziel ist es, diese schwierige Phase ohne Kurzarbeit zu überstehen – die Herstellung von Desinfektionsmitteln wird uns dabei sicher helfen“, so Berghofer. Was das Kerngeschäft mit Lacken betrifft, sei die Situation derzeit so, dass etwa Italien seit Kurzem nicht mehr beliefert werden kann. Auch in Deutschland seien einige Industriebetriebe zu.

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