Kriminalität geht zurück: Quarantäne sorgt für Sicherheit in Tirol

Die Kriminalität ist in den vergangenen Wochen in Tirol um etwa 50 Prozent zurückgegangen. Auch wegen der Ausgangsbeschränkungen.

Auch die Flugpolizei hält im Rahmen der Grenzüberwachung Ausschau nach Bergsportlern.
© Thomas Böhm

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Der bereits dreiwöchige „Hausarrest“ hat für die Tiroler Bevölkerung auch einen Vorteil: Die Kriminalität ist durch die Ausgangssperre deutlich zurückgegangen. Wie deutlich, fasste am Freitag erstmals Landespolizeidirektor Edelbert Kohler in Zahlen: „Wir hatten in der zweiten Märzhälfte um etwa die Hälfte weniger Straftaten als sonst.“ Insbesondere Eigentumsdelikte (Einbrüche, Diebstähle etc.) beschäftigen derzeit die Polizeibeamten nur selten. Erfreulich sei auch, dass „bei der häuslichen Gewalt entgegen den Befürchtungen keine signifikanten Steigerungen feststellbar sind“, so Kohler weiter. Abzulesen ist das an der Anzahl der Betretungsverbote: Im März 2019 wurden 50 verhängt, heuer waren es 51.

Dasselbe gilt für die Cyberkriminalität: Bei Hackerangriffen und Betrugsdelikten über das Internet seien trotz anderslautender Prognosen keine besonderen Zuwächse zu verzeichnen, erläuterte Kohler.

Die illegale Migration ist deutlich zurückgegangen: „Die täglichen Aufgriffe nach Grenzübertritten liegen im einstelligen Bereich“, sagt der Tiroler Polizeichef. Ins Bild passt auch, dass seit Mitte März kein einziger Asylantrag in Tirol gestellt wurde. Die Verkehrsüberwachung konnte mangels Verkehr zurückgefahren werden: „Der Individualverkehr ist um 80 Prozent zurückgegangen, der Lkw-Verkehr um 50 Prozent“, so Kohler weiter: „Das heißt aber nicht, das nicht mehr kontrolliert wird.“

📽 Video | Stärkere Kontrollen in Tirol

Dass die eigentlichen Polizeiaufgaben derzeit leicht zu bewältigen sind, „ist gut so“, sagt Kohler. Zumal die Überwachung der Corona-Maßnahmen im Vordergrund steht. So haben die Polizisten in Tirol bereits 2300 Anzeigen erstattet, mehr als in anderen Bundesländern. Weiters überwachen die Beamten 13 Grenzübergänge, knapp 67.500 Personen wurden dabei kontrolliert, 61 zurückgewiesen.

31 Tiroler Polizisten sind mittlerweile an einer Corona-Infektion erkrankt, 13 bereits wieder genesen. Rund 100 Beamte sind derzeit nach Kontakten mit Infizierten in häuslicher Quarantäne. Kohler betont, dass mit den Beamten der Schulabteilung und dem Bundesheer im Fall des Falles noch Reserven vorhanden sind.


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