Corona-Kurven in Tirol flachen ab, am Samstag nur noch 300 Anrufe bei Hotline 1450

Nicht nur die Anzahl der Infizierten geht auf 1794 zurück, sondern auch jene der Verdachtsfälle sank zuletzt auf 693. Debatte über Lockerung bahnt sich an.

Am Institut für Virologie der Medizin-Uni in Innsbruck werden die Proben ausgewertet.
© Foto TT/Rudy De Moor

Von Peter Nindler

Innsbruck, Wien –Corona ist ein medizinisches Problem, dessen Verbreitung derzeit mit wirtschaftlichen und massiven Einschränkungen im Alltag bekämpft wird. Obwohl die Ausgangsbeschränkungen mittlerweile doch immer häufiger kritisch hinterfragt werden. Nicht nur in der Bevölkerung. Für Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) sind sie aber nach wie vor alternativlos, bei den Grünen rumort es hingegen.

Wie es heißt, fordern sie hinter den Kulissen eine Lockerung, dass zumindest noch in dieser Woche unter Einhaltung der Abstandsregeln Spazie­rengehen und Einzelsport erlaubt sein sollen.

Die jüngsten Zahlen lassen auf allen Ebenen zumindest einen Lichtblick erkennen. Andererseits befürchtet Platter, dass bei einem Abgehen von den Restriktionen es erneut zu einem Anstieg bei den Neuinfektionen kommen könnte. Er will das zarte Pflänzchen der positiven Entwicklung nicht gefährden.

Eigentlich zeichnet sich seit Mittwoch der erfreuliche Trend ab: Die Anzahl der Genesenen hat am Sonntag erstmals mit 1076 die 1000er-Marke überstiegen. Weil mehr Menschen in Tirol gesund werden, nimmt auch die Zahl der Infizierten ab. Sonntagabend waren es 1794. Seit Freitag werden es weniger. Mit 82 bzw. 34 Neuinfizierten am Samstag und am Sonntag hat sich auch hier die Situation deutlich entspannt.

Zugleich stützen weitere Kennzahlen die Entwicklung: So liegt der Prozentsatz der Neuinfizierten gemessen an den täglich rund 1200 Testauswertungen seit Donnerstag unter zehn Prozent, zuletzt sogar unter fünf. Und bei der Hotline 1450 melden sich ebenfalls deutlich weniger, um auf eine mögliche Corona-Erkrankung aufmerksam zu machen. Am Montag, 23. März, waren es 4300, seit vergangener Woche nimmt die Zahl kontinuierlich ab. Mit 300 Anrufen wurden seit Wochen die wenigsten gezählt: Dienstag 740, Mittwoch 660, Donnerstag 520 und Freitag 420.

Ähnlich entwickelt es sich bei den Verdachtsfällen. Seit der Vorwoche reduzierten sie sich von täglich 1554 auf zuletzt 693. Alle relevanten Kurven flachen sich damit signifikant ab. Leider ist Sonntag ein 93-Jähriger aus dem Bezirk Landeck verstorben, insgesamt erhöhte sich die Zahl der Todesopfer damit auf 35. In Südtirol starben bisher 156 Personen, im Trentino 217. Dort sind 2552 Menschen am Coronavirus erkrankt.

Südtirol und Trentino

Südtirol. In Südtirol gab es bis Sonntagnachmittag 1653 positiv getestete Personen. 1283 Personen sind derzeit infiziert, 214 Personen sind genesen und 156 Personen verstorben.

Trentino. Das Trentino verzeichnete bis gestern Abend 3042 positive Corona-Tests. 2552 Personen sind aktuell erkrankt, 273 Personen wieder gesund. Das Trentino hat 217 Todesopfer zu beklagen.

Österreichweit verläuft es in die gleiche Richtung. Ein positives Bild der Entwicklung rund um den Covid-19-Ausbruch gibt etwa eine neue Studie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und der TU-Graz: Demnach ist die effektive Reproduktionsrate des Coronavirus seit 12. März kontinuierlich gesunken. Aktuell liegt die Steigerungsrate der Fallzahlen bei null.

Die Gesamtzahl der aktiven Covid-19-Fälle ging laut Zahlen des Innenministeriums um drei Prozent zurück. Die Zahl der positiv Getesteten stieg auf 11.767 Fälle an, womit der Zuwachs im 24-Stunden-Vergleich 2,1 Prozent ausmacht. Die Verdopplungszeit würde derzeit rund 19 Tage ausmachen.


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