Trainieren in der Quarantäne: Die Ringer sind auf dem Holzweg

Statt sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten, heißt es für Martina Kuenz und Co. zu Hause schwitzen.

Die Krise macht erfinderisch: Daniel Gastl zieht einen 4,5-Tonnen-Traktor.
© gastl

Von Benjamin Kiechl

Inzing – Wie lässt sich der Frust über die Olympia-Verschiebung am besten verdauen? „Beim Holzhacken kann ich Dampf ablassen“, sagt Martina Kuenz. Die 25-jährige Ringer-Olympiahoffnung war bereits beim Quali-Turnier in Budapest (HUN) anwesend, als der Bewerb aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden musste.

Ringerin Martina Kuenz zerbrach beim Holzhacken ihre Axt.
© Kuenz

Durch die Quarantäne hat sich das Leben der Vize-Europameisterin, die mit einer Freundin eine Wohngemeinschaft in Inzing-Toblaten bildet, sehr verändert. „Meine Ringer-Kollegen habe ich schon drei Wochen nicht mehr gesehen. Ich sitze im Garten auf dem Ergometer oder trainiere mit den Langhanteln“, erzählt die Tirolerin, die auch gut alleine klarkommt: „Das bin ich als einzige Frau im Ringer-Nationalteam gewohnt.“

Auch ihre Teamkollegen vom RSC Inzing nützen die Zeit sinnvoll. Daniel Gastl lässt am Bauernhof seiner Eltern die Muskeln spielen und ist auf den Holzweg gekommen. „Baumstämme heben oder Traktor ziehen ist ein gutes Alternativtraining“, sagt der 26-Jährige mit einem Lächeln. Michael Wagner indes hält sich daheim im Garten mit Übungen fit. Zudem ist der Polizeisportler auf der Wache in Telfs im Einsatz, um bei der Bewältigung der Corona-Krise mitzuhelfen. Gastl und Kuenz führen ihre Polizei-Ausbildung derzeit mit Onlinekursen fort. Gastl: „Bis wir wieder ringen dürfen, wird es leider noch dauern.“

Kraftpaket Michael Wagner (o.) trainiert im Garten.
© Wagner

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