Gangster verteilen in Mexiko Essen an Hilfsbedürftige

Mutmaßliche Mitglieder von Drogenkartellen haben in Mexiko nach Medienberichten Hilfspakete mit Lebensmitteln an Bedürftige verteilt. Die Zeitung „Reforma“ berichtete am Montag unter Berufung auf offizielle Quellen, die Vorfälle in den Bundesstaaten Tamaulipas und Michoacán würden untersucht.

„El Blog del Narco“, ein Nachrichtenportal über das organisierte Verbrechen, veröffentlichte Fotos aus sozialen Medien von Kisten in Ciudad Victoria, der Hauptstadt des nordöstlichen Tamaulipas. Diese waren unter anderem mit Öl, Zucker und Dosennahrung gefüllt. Darauf sind Aufkleber mit dem Namen des Cártel del Golfo (Golf-Kartell) zu sehen. Im zentralmexikanischen Michoacán hingegen reklamierte die Bande Los Viagras Berichten zufolge die Hilfslieferungen für sich.

Mexiko erlebt seit Jahren sehr hohe Gewaltraten, die zu einem großen Teil auf das Konto von Banden gehen, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind. Diese haben oft Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften. Im vergangenen Jahr wurden in dem lateinamerikanischen Land fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet.

Die Kartelle versorgten bereits in der Vergangenheit etwa nach schlimmen Stürmen notleidende Menschen - vermutlich, um sich in der Bevölkerung Unterstützung zu sichern.

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Im Zuge der Ausbreitung des Coronavirus erklärte die mexikanische Regierung am Montag vergangener Woche einen Gesundheitsnotstand. Nicht unbedingt notwendige Aktivitäten sollen demnach zunächst bis zum 30. April eingestellt werden. Das bedeutet einen Einkommensverlust für viele Bürger des nordamerikanischen Landes, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung von einer Tätigkeit im informellen Sektor lebt.


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