Britischer Premier Johnson auf Intensivstation verlegt

Der an Covid-19 erkrankte britische Premier Boris Johnson ist wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes auf die Intensivstation verlegt worden. „Im Laufe dieses Nachmittags hat sich der Zustand des Premierministers verschlechtert und er wurde auf Anraten seiner Ärzte auf die Intensivstation des Krankenhauses verlegt“, hieß es in einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung.

Der britische Außenminister Dominic Raab will als Johnsons Vertreter dessen bisherigen Kurs im Kampf gegen das neuartige Coronavirus fortsetzen. Die Regierung werde sich darauf konzentrieren, die Vorgaben des Premierministers und die vorgesehenen Maßnahmen umzusetzen, „um das Coronavirus zu besiegen“, sagte Raab am Montagabend in der BBC. Johnson sei im St. Thomas‘ Krankenhaus in London in „sicheren Händen“. Das Pfund gab nach dem Bekanntwerden der Verlegung zum Dollar und zum Euro nach.

Der 55-Jährige war am 26. März positiv auf das Coronavirus getestet worden und begab sich einen Tag später in Selbstisolation. Zunächst arbeitete Johnson isoliert im Regierungssitz in der Downing Street weiter. In seinen Videobotschaften zur Pandemie gab er sich optimistisch, er selbst wirkte aber bereits deutlich angeschlagen und hatte auch deutlich an Gewicht verloren. Am Sonntagabend musste er dann aber wegen anhaltender Symptome in die Klinik gebracht werden.

Noch am Montagvormittag hieß es, der Premier werde sich im Krankenhaus Routinetests unterziehen. Wohnungsbauminister Robert Jenrick erklärte, Johnson werde die Regierung von dort aus auch weiterführen. Gesundheitsminister Matt Hancock war ebenfalls positiv getestet worden und isolierte sich zu Hause. Auch Thronfolger Prinz Charles hatte sich angesteckt, die Covid-19-Erkrankung jedoch inzwischen überstanden.

Noch Anfang März hatte Johnson damit geprahlt, dass er Menschen in einem Krankenhaus, darunter Covid-19-Patienten, die Hände geschüttelt habe. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals.

Auch Johnsons schwangere Verlobte Carrie Symonds verbrachte nach eigenen Angaben eine Woche mit Symptomen der Lungenkrankheit im Bett. Der Premier und Symonds hatten Ende Februar ihre Verlobung bekanntgegeben. Das Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Serice) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten britischen Medien zufolge sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.


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