Corona-Krise

Aufsperren erst ab Mai erlaubt: Möbelhandel sieht sich benachteiligt

Möbel-Unternehmer Stefan Föger fordert Fairness.
© Thomas Boehm / TT

Dass Bau- und Gartenmärkte ab Dienstag aufsperren dürfen, der Möbelhandel aber erst ab Mai, sorgt für Unverständnis in Tirol.

Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Bundesregierung öffnet schrittweise die rigiden Corona-Beschränkungen für die Wirtschaft, ab Dienstag nach Ostern dürfen neben kleineren Geschäften bis 400 Quadratmeter Verkaufsfläche auch Bau- und Gartenmärkte wieder aufsperren. Hier werde der Möbelhandel, der dann erst in der zweiten Welle ab 2. Mai öffnen darf, klar benachteiligt, kritisiert Stefan Föger, der Chef des Telfer Möbelhauses Föger.

Letztlich werde der bereits beim Lebensmittelhandel begangene Fehler, dass dieser auch Non-Food-Produkte verkaufen durfte, ein weiteres Mal begangen, so Föger. Denn gerade in Baumärkten gebe es auch Gartenmöbel, Bodenbeläge, Leuchten und andere Produkte, die auch in Möbelhäusern ein wichtiges Sortiment darstellen. Im Möbelhandel gebe es große Verkaufsflächen mit relativ wenig Frequenz, also sehr gute Bedingungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Föger fordert – auch in Briefen an das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer – eine Öffnungsmöglichkeit auch für den Möbelhandel oder zumindest die Erlaubnis, ebenfalls etwa Gartenmöbel verkaufen zu dürfen.

Die Corona-bedingte Sperre werde heuer bei Föger trotz der Forcierung des Online-Geschäfts inklusive Zustellung („gerade der Küchen-Einbau ist eine Daseinsvorsorge“) wohl 3 bis 4 Mio. der sonst je nach Großaufträgen bis zu 28 Mio. Euro Jahresumsatz kosten. Davon werde man nur einen kleinen Teil wettmachen können. Jedenfalls zeige sich in solchen Krisen der Zusammenhalt von Firma und den 150 Mitarbeitern und die Substanz von Familienunternehmen, sagt Föger.

Eine Warnung zur Regierungs-Ankündigung zum Handel kommt auch von der Gewerkschaft GPA-djp. Diese warnt vor einer künstlichen Verkleinerung der Verkaufsflächen, etwa mit Absperrbändern. Ohne Verordnung sei der Interpretationsspielraum zu hoch. Viele Angestellte wüssten auch nicht, ob sie ab Dienstag arbeiten müssen.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561

Hannah Purner

Hannah Purner

+4350403 2158

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Alexandra Plank

Alexandra Plank

+4350403 2143