1,3 Millionen Euro Soforthilfe werden für Tirols Sportvereine freigemacht

Tirols LHStv. Josef Geisler kündigte an, dass hiesigen Sportvereinen und Verbänden aufgrund der Corona-Krise finanziell unter die Arme gegriffen werde.

Das momentan geltende Sport- und Veranstaltungsverbot trifft Vereine wie jene hier in der Innsbrucker Wiesengasse hart.
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Von Florian Madl und Alex Gruber

Innsbruck – Die kleinen Vereine dürfen nicht untergehen: Sport-Austria-Präsident Hans Niessl sorgte sich zuletzt nicht nur um die Profivereine, sondern auch um den Breitensport. Das „Sportpaket“ des Bundes führt der Burgenländer nicht zuletzt auf seine Initiative zurück. Der Ansatz: keine Einnahmen nach Absagen, fortlaufende Kosten.

Die endgültige Unterstützungssumme ließe sich nicht abschätzen, „weil keiner weiß, wann ein Betrieb überhaupt aufgenommen werden kann“. 100 Millionen Euro würden wohl nicht ausreichen, die Summe ließe sich weiter aufstocken. „Wir wollen rasche Soforthilfe, nicht nur für die 2100 Fußballvereine, sondern natürlich für alle 15.000 Sportvereine, die diese Hilfe brauchen.“

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Konkretes Beispiel: Der SC Gerlitzen, Verein von Alpin-Olympiasieger Matthias Mayer, war mit den österreichischen Ski-Nachwuchsmeisterschaften betraut. „Die rechneten vor der Absage mit 7000 Euro aus Nenngeld etc., alle Zahlen sind belegbar. Das Geld sollte zur Jugendarbeit.“ Nach Ostern müsse das Paket fertig sein. „Es sollen ähnliche Kriterien wie für die Wirtschaft gelten.“

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Viele Bundesländer setzten bereits Zeichen: Der Wiener Bürgermeister kündigte an, Platzmieten nicht einheben zu wollen, Abgaben sollen gestundet werden und Förderungen weiterfließen. Auch das Land Oberösterreich hält einige Millionen Euro für den Sport bereit.

Unterdessen kündigte auch Tirols LHStv. Josef Geisler an, dass hiesigen Sportvereinen und Verbänden aufgrund der Corona-Krise finanziell unter die Arme gegriffen werde. Bei der kommenden Regierungssitzung würden 1,3 Millionen Euro für sie freigemacht. Ebenso dürften Vereine bzw. Veranstalter, die ein Event geplant hatten und absagen mussten, mit Entlastung rechnen. „Bei Vereinen, wo für Veranstaltungen, die abgesagt werden mussten, schon Kosten angefallen sind, haben wir schon einen guten Teil übernommen.“ Die Sportförderung werde wie gehabt fortgeführt.

Der Zillertaler, selbst Ski­club-Obmann, hielt fest: „Wir haben in Tirol die große Palette mit über 50 Sportarten. Was die Hilfeleistungen betrifft, gibt es nicht eine Richtlinie, man muss sich das von Fall zu Fall anschauen und im organisierten Sport genau hinschauen, wo man helfen muss.“ Den einzelnen kleineren Vereinen werde ja auch über die Gemeinden geholfen, dem Stadionsbetreiber OSVI fallen auch viele Gelder aus.

Was die Frühjahrssaison im Fußball betrifft, zeigt sich Geisler skeptisch: „Ich bin nicht der Gesundheitslandesrat, aber die derzeitigen Bedingungen sind nicht dazu geeignet die Saison noch zu Ende zu bringen. Vielleicht lässt sich im kleineren Rahmen wieder der Trainings­betrieb unter den Auflagen starten.“

Der Sportverantwortliche führte nicht zuletzt Bereinigung von Missständen an (Geld an Unterhausspieler in unteren Ligen), die vielleicht durch Corona beseitigt werden können: „Es gibt auch Dinge, die nicht mehr passieren sollen.“ Dass die Sportbegeisterung im Land, was die Breite betreffe, unter der Krise leiden würde, befürchte er auf keinen Fall.


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