Extreme Waldbrandgefahr in Tirol und nur wenig Aussicht auf Regen

Das Land Tirol warnt aufgrund der anhaltenden Trockenperiode vor weiteren Wald- und Böschungsbränden wie jenen im Halltal oder in Patsch – und den Folgen bei fahrlässigem Handeln.

Der am Mittwochabend ausgebrochene Waldbrand im Halltal konnte von den Feuerwehren eingedämmt werden.
© ZOOM.TIROL

Innsbruck – Der Waldbrand im Halltal sowie die Brände der vergangenen Tage in Kirchdorf und nahe der Brennerautobahn in Patsch zeigen, wie brandgefährlich es derzeit in Tirol ist. Bei den aufgrund mangelnder Niederschläge extrem ausgetrockneten Böden reicht ein kleiner Funke, um ein großflächiges Feuer auszulösen.

Der immer wieder böig aufkommende Föhn erhöhe die Gefahr zusätzlich, warnte das Land Tirol in einer Presseaussendung. Die Bevölkerung wird daher aufgerufen, das bestehende Verbot des Feuerentzündens im Wald strengstens einzuhalten und auch Zigaretten keinesfalls achtlos wegzuwerfen. Auch vor Zweckfeuern in ausgetrockneten, durchsonnten Hanglagen soll derzeit Abstand genommen werden. Entsteht ein Waldbrand durch fahrlässiges Handeln, können die meist hohen Löschkosten auf den Verursacher übertragen werden.

ZAMG: In Tirol um 20 bis 40 Prozent zu trocken

In Tirol ist es derzeit laut ZAMG-Klimatologe Alexander Orlik um 20 bis 40 Prozent zu trocken. Dafür ist nicht nur der wenige Niederschlag der letzten Wochen verantwortlich. Zusätzlich sorgten das oft warme und windige Wetter seit Jahresbeginn für eine starke Verdunstung und somit für ein Austrocknen der Böden.

Derzeit sind laut ZAMG bis weit in die nächste Woche hinein keine flächendeckend größeren Regenmengen in Sicht. Es gibt höchstens vereinzelte Schauer, die am Montag und in der Nacht auf Dienstag vorübergehend häufiger werden können.

TT-ePaper testen und eine von 150 Jahres-Vignetten gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Lage in Süd- und Ostösterreich noch dramatischer

Noch dramatischer als in Tirol ist die Lage im Süden und Osten Österreichs – und damit etwa auch in Osttirol. Dort wurde seit Jahresbeginn in vielen Regionen weniger als die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge gemessen. An der Wetterstation Graz-Universität etwa war es in den vergangenen 120 Jahren nur zwei Mal ähnlich trocken – zuletzt im Vorjahr.

Auch die Zahlen für Wien und Lienz zeigen die ungewöhnliche Trockenheit. An beiden Orten war der Zeitraum ab Jahresbeginn einer der 15 trockensten der vergangenen 120 Jahre.

Gefahr "bis zum nächsten ausgiebigen Regen" aufrecht

LHStv. Josef Geisler (ÖVP) ersucht jedenfalls „alle, beim Aufenthalt in Wald- und Wiesengebieten besonders sorgsam zu sein. Besondere Vorsicht ist auch am Waldrand und in Waldnähe geboten. Denn nach dem Winter gibt es hier viel verdorrte Vegetation, die bei langen Schönwetterperioden im Frühjahr eine zusätzliche Brandgefahr darstellt. Diese Situation wird bis zum nächsten ausgiebigen Regen anhalten.“

„Waldbrände entwickeln sich an sonnenausgesetzten Hängen extrem schnell. Hier sind die Einsätze der Feuerwehr besonders langwierig“, so Der Tiroler Feuerwehrkommandant Peter Hölzl gestern. „Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte umgehend die Feuerwehr verständigen und in sicherer Entfernung vom Brand auf das Eintreffen der Einsatzkräfte warten, um diese bei Bedarf einweisen zu können“, ergänzt Hölzl.

Osterfeuer verboten

Auch die traditionellen Osterfeuer können heuer nicht durchgeführt werden. Zum einen erlauben die Verkehrsbeschränkungen das Verlassen des Hauses nur aus triftigen Gründen, zum anderen gilt es, die Einsatzkräfte nicht zusätzlich zu beanspruchen. Denn im vergangenen Jahr mussten die Feuerwehren gleich zu 22 Einsätzen mit Oster­feuern ausrücken. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte