Corona-Konjunkturpakete sollen auch das Klima schützen

Die Corona-Wirtschaftshilfen bieten laut Klimavolksbegehren die Chance für klimaverträgliche Investitionen und zukunftsfähige grüne Jobs.

200.000 klimaverträgliche Arbeitsplätze gibt es in der Photovoltaik-Branche, sagen die Organisatoren des Klimavolksbegehrens.
© Getty Images/iStockphoto

Von Cornelia Ritzer

Wien – Anfang März hat das Klimavolksbegehren 114.000 Unterstützungserklärungen gesammelt. Im Anschluss wollten sich die rund 800 Freiwilligen auf die entscheidende Eintragungswoche Ende Juni vorbereiten. Doch dann kam die Coronavirus-Krise – „und wie für viele hat sich auch bei uns alles verändert“, sagt Katharina Rogenhofer, Sprecherin des Klimavolksbegehrens.

Die Eintragungswoche wird vermutlich im Herbst stattfinden – das Innenministerium informiert nach Ostern –, bis dahin arbeitet das Team des Klimavolksbegehrens „an der internen Organisationsstruktur“, berichtet Rogenhofer. Und die Klimaschützer wollen sich in den Diskurs einbringen, wie man Wirtschaftshilfen zukunftsfähig einsetzen kann. Mit 38 Milliarden Euro will die türkis-grüne Regierung die Wirtschaft unterstützen. „Und es wäre wünschenswert, gerade wenn wir in eine kommende Wirtschaftskrise schlittern, mit Blick in die Zukunft gut zu investieren“, sagt Rogenhofer. Für sie und ihr Team heißt das, „in Klimaschutz zu investieren“.

Ähnliches forderte kürzlich Ökonom Christoph Badelt, Leiter des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Jetzt sei der Zeitpunkt, an die Klimaproblematik zu denken und notwendige Investitionen zu starten, sagte er bei einer Einschätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Krise. Badelt sprach die Förderung von Gebäudesanierungen und mehr Forschung und Entwicklung an. Rogenhofer sieht den Wifo-Chef als einen der „ganz wichtigen Verbündeten“. Sie verweist auf eine Studie des Forums für Ökosoziale Marktwirtschaft im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Darin wird prognostiziert, dass gerade Investitionen in Bereiche, die das Klima betreffen, ein wahrer Jobmotor sein können. Rogenhofer: „Es ist bekannt, dass wir aus Wirtschaftskrisen nicht durch eine rigorose Sparpolitik, sondern durch Investitionen gut rauskommen.“

Jetzt müsse man die Weichen stellen, so der Standpunkt der Organisatoren des Klimavolksbegehrens. „Gerade im Bereich Erneuerbare Energien liegen viele Arbeitsplätze, allein in der Photovoltaik-Branche sind es 200.000. Das ist Wertschöpfung, die in Österreich produziert wird, während wir jetzt noch immer Milliarden ins Ausland für den Import fossiler Brennstoffe zahlen“, so Rogenhofer. Zukunftsfähige Jobs böten auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Landwirtschaft, wo es die regionale Produktion zu stärken gelte.

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Derzeit gehe es vor allem um die Bekämpfung der Corona-Krise, betont Rogenhofer. Und da gebe es viel zu lernen, etwa den Umgang mit wissenschaftlichen Fakten und dass Maßnahmen auch nachjustiert werden müssen. Rogenhofer: „Das wird uns in Zukunft helfen, auch andere Krisen zu bewältigen.“


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