Produktion von Schutzausrüstung “Made in Austria“ wird forciert

Die Produktion von Masken und Schutzkleidung in Österreich wird mit 5 Mio. Euro gefördert. Gebraucht werden auch Beatmungsgeräte.

Wirtschaftsministerin Schramböck lobt heimische Projekte.
© APA

Von Cornelia Ritzer

Wien — Der Bedarf an Masken, Handschuhen und Schutzausrüstung ist in der Coronavirus-Krise enorm, die Hilferufe aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nach Material waren laut. Durch die Ankurbelung der heimischen Produktion will man dem internationalen Konkurrenzkampf ausweichen. Österreichische Firmen werden bei Innovationen von Schutzkleidung und Masken gefördert, der über die Forschungsförderungsgesellschaft FFG abgewickelte „Emergency Call" wird um fünf Millionen Euro aufgestockt. Das kündigten Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und die für Innovation zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) an.

22 Millionen Euro hat die Regierung vor mehr als zwei Wochen für klinische Studien zur Verfügung gestellt. Mit den zusätzlichen fünf Millionen Euro soll der Mangel an heimischen Produkten behoben werden, der nun offenbar wurde. 64 Projekte wurden bereits für die ersten 22 Millionen eingereicht, erklärte Gewessler. Das Ziel sei es, mit der neuen Förderrunde, die seitens des Infrastrukturministeriums finanziert wird, „die Produktion von notwendigen medizinischen Gütern im Land zu halten und auch ein Stück weit ins Land zu holen", so Gewessler. Gefördert werden „Fertigungsstrategien für medizinische Hilfsgüter". Darunter fallen etwa Schutzbekleidung, Masken, Beatmungsgeräte oder Oberflächenbeschichtungen, die es zur Zeit verstärkt im Medizin- und Pflegebereich braucht, so die Ministerin.

Angesichts des umkämpften Weltmarktes für derartige Produkte wolle man „mehr Autarkie" erreichen, sagte Wirtschaftsministerin Schramböck. Die inländische Produktion könne durch Forschung und Entwicklung in den Unternehmen und Universitäten rasch aufgebaut werden. Als Beispiel nannte die Ministerin die Vorarlberger Plattform „Smart Textiles Austria", die Schutzmasken für Ärzte produziert, außerdem ein Projekt der Grazer TU und der Landeskrankenhäuser, das die Herstellung eines Augenschutzes per 3D-Drucker entwickelt hat. Demnächst sollen davon 100.000 Stück pro Woche hergestellt werden. Und ein Projekt mit Beteiligung des Altkleidersammlungs-Anbieters Saubermacher und der TU Graz schaffe die Reinigung von 37.000 Masken und 10.000 Einweganzügen pro Tag.

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