Der Raptor im Test: Fords Power-Ranger auf der Pirsch

Der Ford Ranger Raptor ist selbst unter den Pick-Ups ein Exote, denn die mächtige Beplankung ist sogar unter Pick-Ups eine Seltenheit. Wir haben überprüft, wie bissig der Raptor wirklich ist.

Je gröber, desto lieber: Im Gelände fühlt sich der Ford Ranger Raptor besonders wohl.
© Lukas Letzner

Von Lukas Letzner

Inzing – Der Auftritt des Ford Raptors ist schon beeindruckend. Die markante Front, der hochgezogene Unterfahrschutz (übrigens keine Attrappe aus Plastik, sondern aus 2,3 Millimeter dickem Stahl gefertigt) und die grobstolligen Gelände-Patschen lassen seine Konkurrenten wie richtige Schwächlinge aussehen. Zudem ist er, im Vergleich zu anderen Ranger-Versionen, länger, breiter und höher. Außerdem schwebt der Allerwerteste fünf Zentimeter höher über dem losen Untergrund. Das hat man den eingangs erwähnten Pneus zu verdanken, die BF Goodrich extra für den Raptor aufgelegt hat. Man stellt sich allerdings zwangsläufig die Frage, wie sich diese Dinger auf Asphalt wohl anfühlen mögen.

Doch bevor wir das ausprobieren, erkunden wir noch den Innenraum. Dort geht es äußerst geräumig zu, und man sitzt vorne wie hinten recht bequem. Die Armaturen sind fordtypisch und übersichtlich gestaltet und Ablagen findet man zur Genüge. Zudem verwöhnt uns der Raptor mit Annehmlichkeiten wie Sitzheizung, Multimediasystem und Iso-Fix-System. Würde man nicht derart hoch sitzen, man könnte glatt vergessen, dass man einen Pick-Up fährt.

Unter der Haube des bulligen Lastentiers arbeitet ein 2-Liter-Vierzylinder-Diesel. Die Leistung des Motors liegt bei 213 PS und das maximale Drehmoment von 500 Nm schickt er schon knapp über der Leerlaufdrehzahl an wahlweise zwei oder alle vier Räder. Ford verkuppelt den Antrieb und das Getriebe mittels 10-Gang-Automatik, die vor allem durch ihre schnellen und unauffälligen Schaltvorgänge auffällt. Und wie fährt sich das Ungetüm nun?

Nach einem sanften Druck auf den Startknopf holt der Raptor tief Luft und erwacht mit einem kurzen Fauchen zum Leben. Schon vom Stand weg legt sich der Lademeister kräftig ins Zeug und sprintet bei Bedarf unter 10 (!) Sekunden auf Tempo 100. Der Vorwärtsdrang endet dann bei maximal 180 km/h. Viel wichtiger war uns allerdings, dass der Raptor trotz der mächtigen Reifen und der großen Bodenfreiheit recht angenehm zu fahren ist. Zu verdanken ist dies den Stoßdämpfern von FOX Racing, die mit den Schraubenfedern prächtig harmonieren. Der Name FOX lässt außerdem erahnen, dass der Raptor nicht einfach nur ein Normalo-Pick-Up mit etwas mehr Plastik um die Schweller ist, sondern dass es sich dabei um ein sehr ernst zu nehmendes High-Performance-Offroad-Gerät handelt. Neben den erwähnten Fahrwerkskomponenten von FOX verfügt der Raptor über ein verstärktes Chassis, eine elektronische Hinterachssperre sowie neue Front- und Heckstoßfänger für bessere Rampen- und Böschungswinkel (24 und 32,5 Grad). Zusammengefasst soll das heißen, dass der Ford Ranger Raptor auch wahnsinnig gut klettern kann.

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Wem das noch nicht reicht, der kann sich zudem mit den sechs Fahrmodi spielen, die dem Pick-Up implantiert wurden. Während sich die Modi „Normal“, „Sport“, „Gras/Schotter/Schnee“ und „Matsch/Sand“ fast schon selbst erklären und wahrscheinlich meistens eingestellt sein werden, kann man den Raptor im „Rock“- und „Baja“-Modus fürs Gelände trimmen. Allen gemein ist, dass man im Wesentlichen das Motor-Ansprechverhalten, den Heck- bzw. Allradantrieb, die Traktions- und Stabilitätskontrolle auf die jeweiligen Gegebenheiten abstimmen kann. Dieses Paket hat aber seinen Preis, denn der Spaß mit dem Raptor beginnt erst ab 60.810 Euro.


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