Der Hyundai i10: Innovativ, aber nicht naiv

Konkurrenzorientiert positioniert sich der Hyundai i10 im Kleinstwagensegment: adrette Formensprache, modernes Infotainment, selbstbewusste Preisgestaltung – doch ohne Motorenphantasien.

Pfiffiges Design, ausreichend Komfort und angemessen viel Platz bietet der Kleinstwagen Hyundai i10.
© Höscheler Markus

Von Markus Höscheler

Brandenberg – Hyundai machte sich in den vergangenen Jahren einen guten Namen, was alternative Antriebe anbelangt: Elektromotor, Vollhybrid, Plug-in-Hybrid, ja sogar die Wasserstoffbrennstoffzelle haben ihren Niederschlag im breit gefächerten Sortiment gefunden. Dazu servieren die Koreaner eine moderne Formensprache, überzeugend gestaltete Innenräume und eine Qualität garantierende Fünf-Jahres-Garantie. Aber Hyundai ist nicht nur in den erwähnten Disziplinen meisterlich unterwegs, sondern auch beim Kalkulieren.

Ein aktueller Beleg dafür ist die neue i10-Generation, die seit wenigen Wochen bei den heimischen Händlern in den Schauräumen anzutreffen ist. Zwar profitiert auch der 3,67 Meter lange Winzling vom erfrischenden Design der Marke, doch unter der Motorhaube findet sich in technischer Hinsicht allenfalls Hausmannskost. Wer Turbos begehrt oder Elektromotörchen, die mit kleinen Lithium-Ionen-Speichern zusammenarbeiten, oder gar reine Stromer – Fehlanzeige. Der i10 fährt ab Werk nur mit kleinen Benzinern, die mit Multipoint-Einspritzung arbeiten. Der Testwagen beispielsweise war bestückt mit dem Basisaggregat, einem Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum. Der leistet 67 PS und stemmt ein maximales Drehmoment von etwas mehr als 96 Newtonmetern.

Zu wenig? Keineswegs: Auf der Autobahn kann das Modell ganz gut mitschwimmen, allzu viel Überholtemperament sollte sich der Fahrer angesichts einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in knapp 15 Sekunden aber nicht erwarten. Selbst bergwärts hält sich der gut am Gas hängende Dreizylinder wacker – was wohl am Eigengewicht des i10 liegt, der nicht einmal eine Tonne auf die Waage bringt.

Weitere Pluspunkte erhält der Koreaner für seinen passablen Fahrkomfort, für die gute Verarbeitung des Innenraums, für die einwandfrei funktionierende Vernetzung mit Smartphones, für die berechenbare Lenkung und für seinen Basispreis von 10.990 Euro. Die an Bord befindliche Level-3-Bestückung und die ansprechende Zweifarbenlackierung erhöhen den Anschaffungspreis allerdings auf 16.340 Euro.

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