„Little Element“ mit Debütalbum „Fire“: Urlaubsträume mit Unschärfen

Lisa Aumaier alias „Little Element“ veröffentlicht ihr Debütalbum „Fire“. In zehn Songs lässt die jung­e Tirolerin darin gebettet in lässige Reggaeklänge und weichen Dreampop eine Sonne aufgehen, die gar nicht mehr untergehen will.

Seit 2013 ist Lisa Aumaier als „Little Element“ unterwegs. Jetzt veröffentlicht­e sie ihren ersten Longplayer.
© Little Element

Von Barbara Unterthurner

Innsbruck – Little Element hatte bei einem der letzten Konzerte vor dem Corona-Shutdown im Innsbrucker Treibhaus mit ihrer Musik schon einmal sanft den Sommer ausgerufen: Soundwellen umtanzten Lichtkaleidoskope wie bunte Sonnen, Räucherstäbchen hüllten Zuhörer in kollektives Fernweh.

Für alle, für die der Sommer in der Quarantäne wieder in weite Ferne gerückt ist, legt Lis­a Aumaier aka Little Elemen­t jetzt nach: Gestern erschien ihr Debütalbum „Fir­e“

In zehn Songs lässt die jung­e Tirolerin darin gebettet in lässige Reggaeklänge und weichen Dreampop eine Sonne aufgehen, die gar nicht mehr untergehen will. Den Eigenschaften der Elemente nachempfunden, folgt auf die erfrischende EP „Water“ nun ein weitaus energiegeladenerer Longplayer. Die akustischen Sets wurden gänzlich ersetzt durch Lo-Fi-Rap und überraschende Samples: „Fire“ ist wie ein Lagerfeuer im Sommer, an dem Einflüsse aus aller (Musik-)Welt zusammenfinden, orientalische Sitar-Klänge (im Song „Querida“) mischen sich mit Surf-Sounds („Fire“) und Elektrobeats zu einem mitunter unverhofften Mix.

In allen Songs von Aumair, die nicht nur schreibt, sondern auch selbst produziert (für das finale Mastering erhält sie Unterstützung von Soundtüftler Kenneth Winkler), schwingt das Abenteuer mit. Aumaier träumt sich in ihren Songs zurück auf ihren mehrmonatigen Trip entlang der Atlantikküste: Als „Queen of the Waves“ mit „Vinho Portuguê­s“ ging’s in Richtung Lissabon. Um dann nach „Tel Aviv“ zu gondeln – übrigens die stärkste Nummer der vorliegenden Platte. Die einzelnen Etappen ihrer Reis­e erzählen von der Liebe – und dem Gefühl von Freiheit unterwegs. Sogar im Opener „Comin­g Home“ ist erst das Weggehen (zumindest aus Tiroler Sicht) ein Heim­kommen: „I lost my home by the ocean“ bohrt sich mantra­artig in die Köpfe der Zuhörer.

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Bohren auch deshalb, weil manche Rhythmen und vor allem Aumaiers glasklare Stimme nur allzu oft am Erwartbaren vorbeischrammen – das wahrscheinlich auffälligste Stilmerkmal von Aumaier. Aber ein gutes, ist sie als Musikerin doch weitaus unauffälliger als etwa Tash Sultana, die man auch mit dem Sound der Tirolerin assoziieren könnte. Little Elements Sound braucht diese Unschärfen, sonst werden die Songs schnell beliebig.

Dreampop Little Element: Fire. Futures­future.


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