Gut zu wissen: Welche Geschäfte wieder öffnen dürfen und was zu beachten ist

In der heute beginnenden "zweiten Etappe" werden rund 80 Prozent der österreichischen Handelsbetriebe erstmals nach dem einmonatigen "Shutdown" wieder öffnen. Für Kunden und Verkäufer gilt weiter die Mundschutzpflicht. Öffnungszeiten und Kundenanzahl bleiben beschränkt.

Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz für Kunden und Mitarbeiter gilt auch in kleineren Geschäften.
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Innsbruck, Wien – Mit dem heutigen Dienstag beginnt mit der Öffnung eines Großteils der Geschäfte die erste Lockerung des durch die Corona-Pandemie bedingten einmonatigen "Shutdowns". Für die Bundesregierung ist dies der Startschuss für ein langsames, stufenweises Hochfahren der Wirtschaft in der Coronavirus-Krise. Es gilt Masken- und Abstandspflicht, bei großem Andrang kann es zu Blockabfertigungen kommen.

📽 Video | Strenge Auflagen bei Handelsöffnungen

❓ Welche Geschäfte dürfen öffnen?

Zusätzlich zu den bisher geöffneten Lebensmittelhändlern, Drogerien, Trafiken und Apotheken dürfen nun auch Tankstellen und angeschlossene Waschstraßen offen haben, ebenso Kfz- und Fahrradwerkstätten, Baustoff-, Eisen- und Holzhandel, Pfandleihanstalten und Handel mit Edelmetallen, Bau- und Gartenmärkte (unabhängig von der Größe) sowie kleinere Händler, wenn der Kundenbereich im Inneren höchstens 400 Quadratmeter beträgt.

Nicht erlaubt ist die künstliche Verkleinerung – etwa mit Absperrbändern – von Verkaufsflächen, um auf unter 400 Quadratmeter zu kommen.

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❓ Welche Geschäfte dürfen noch nicht öffnen?

Rund 20 Prozent der österreichischen Händler sowie die Gastronomie und die Hotellerie müssen sich jedoch noch gedulden. Einkaufszentren bleiben weiterhin nur sehr eingeschränkt geöffnet. Offen haben in den Shopping-Centern Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Reformhäuser, Tabaktrafiken. Die übrigen Geschäfte müssen sich mit dem Aufsperren bis 2. Mai gedulden. Dazu gehören etwa der Möbelhandel, aber auch Dienstleister wie etwa die Friseure.

Ab Mitte Mai ist derzeit die schrittweise Öffnung in der Gastronomie und Hotellerie geplant.

❓ Welche Auflagen gelten für die geöffneten Geschäfte?

Es herrscht Mund-Nasenschutz-Pflicht (kann auch durch Vergleichbares wie einen Schal erfüllt werden) für Verkäufer und Kunden (ausgenommen sind Kinder bis zum sechsten Lebensjahr).

Die Geschäfte müssen aber keine Schutzmasken zur Verfügung stellen. Des Weiteren gilt der gewohnte Mindestabstand von einem Meter. Geschäfte bis 400 Quadratmeter müssen sicherstellen, dass sich pro 20 Quadratmetern nur ein Kunde aufhält.

❓ Gelten die normalen Öffnungszeiten?

Es gelten weiterhin, auch für die Geschäfte, die nun erstmals wieder aufsperren, die beschränkten Öffnungszeiten von 7.40 bis 19 Uhr.

❓ Welche Strafen erwarten Händler bei Verstößen?

Wer sich nicht an die Verordnung hält, muss tief in die Tasche greifen. Händler, die zu viele Kunden ins Geschäft lassen, müssen bis zu 3600 Euro bezahlen. Große Händler, die nicht unter die Verordnung fallen und frühzeitig öffnen, können mit bis zu 30.000 Euro belangt werden.

❗ Die Kritik...

Große Möbelhäuser und Einkaufszentren kritisieren, dass sie nicht bei der ersten Öffnungswelle dabei sind. Unter anderem führen sie aufgrund ihrer Flächen die gute Umsetzbarkeit der Quadratmeterbeschränkung für Kunden und des Mindestabstands ins Spiel. Der Handelsverband ortet vor allem für die kleinen Händler in der Praxis Schwierigkeiten, jene Kunden abzuweisen, die dem Maskengebot zuwiderhandeln. Zudem kritisiert er, dass das Abholen von bestellten Waren nicht allen Händler ab 14. April erlaubt ist.


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