Karfreitagsgebet in Notre-Dame ein Jahr nach Großbrand

Kurz vor dem ersten Jahrestag des verheerenden Großbrands hat in der Pariser Kathedrale Notre-Dame unter hohen Sicherheitsvorkehrungen ein Karfreitagsgebet stattgefunden. „Es gibt hier noch Leben“, sagte Erzbischof Michel Aupetit, nachdem er und mehrere Priester mit weißen Schutzhelmen die Kirche betreten hatten.

„In dieser Karwoche wurde die ganze Welt von einer Pandemie erschüttert, die Tod verbreitet und uns lähmt“, sagte Aupetit während der Zeremonie. Der Erzbischof hielt eine Schweigeminute an der vor den Flammen geretteten Dornenkrone Jesu Christi ab, einer der wichtigsten Reliquien der Kathedrale. Danach dankte Aupetit für die „weltweite Solidaritätsbewegung“ nach dem Großbrand vor knapp einem Jahr und die Bemühungen, die Kathedrale „wieder aufzubauen und zu restaurieren“.

Der französische Violinist Renaud Capucon spielte anschließend Sonaten von Johann Sebastian Bach. Er trug einen Schutzanzug und Schutzstiefel, um sich vor dem giftigen Blei aus dem geschmolzenen Dach der Kathedrale zu schützen. Französische Schauspieler lasen aus Texten von Mutter Teresa und Paul Claudel.

Wegen der Corona-Pandemie dürfen in diesem Jahr weder in der Kathedrale Notre-Dame noch in einer anderen Kirche Frankreichs offizielle Osterfeiern stattfinden.

Für Besucher ist das mehr als 850 Jahre alte Gotteshaus seit dem Brand am 15. April 2019 geschlossen. Wegen der Corona-Krise verzögert sich der Wiederaufbau, die Arbeiten ruhen bereits seit dem 16. März.


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