Bedürftige in Osttirol auch in der Krise mit Essen versorgen

Raimund Gander und Monika Troger verteilen seit Jahren für das Rote Kreuz Lebensmittelpakete. Davon lassen sie auch jetzt nicht ab.

Raimund Gander und Monika Troger vom Roten Kreuz mit den Lebensmittelpaketen, die jeden Sonntag abgeholt werden können.
© Rotes Kreuz

Von Catharina Oblasser

Lienz, Sillian –Als im Jahr 2007 die Aktion „Team Österreich Tafel“ beim Roten Kreuz in Lienz startete, war sie schon mit dabei: die langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin Monika Troger. Vor zehn Jahren schloss sich auch Raimund Gander an. Die Aufgabe der beiden Lienzer: Lebensmittel für Menschen zusammenzustellen, die es im Leben nicht leicht haben, wie etwa Familien mit geringem Einkommen, Langzeitarbeitslose, Mindespensionisten oder Alleinerzieherinnen.

Die Waren werden von Supermärkten und Geschäften der Region gespendet. Es sind zum Teil Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden (können), aber noch einwandfrei genießbar sind. Troger und Gander stellen aus den gespendeten Waren Pakete zusammen, je nach Größe des Haushalts. Andere Ehrenamtliche unterstützen die beiden beim Sammeln, Aufteilen und Verpacken.

Üblicherweise findet die Abholung stets am Samstagabend beim Rotkreuz-Gebäude in Lienz statt. Doch seit es aufgrund der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus ein Abstandsgebot gibt, haben sich die Tafel-Verantwortlichen eine andere Lösung einfallen lassen müssen.

„Die Lebensmittelausgabe einzustellen, ist für uns nicht in Frage gekommen“, berichten Troger und Gander. „Wir konnten die Leute nicht im Stich lassen.“ Innerhalb kurzer Zeit entwickelten sie ein telefonisches Anmeldesystem, bei dem jedem Klienten eine bestimmte Uhrzeit für die Abholung zugeteilt wird. „So vermeiden wir, dass zu viele Menschen auf einmal zum Rotkreuz-Gebäude kommen“, informiert Gander. Ab Donnerstag hängt sich der 70-jährige Pensionist ans Telefon, um die einzelnen Termine auszumachen. Rund 40 Abholtermine sind jede Woche zu koordinieren.

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Ausgegeben werden die Waren nun am Sonntagvormittag ab 9 Uhr. Schon um 6 Uhr Früh sind Monika Troger und Raimund Gander in der Rotkreuz-Stelle, um auch die frischen gekühlten Waren wie Milch oder Schlagobers auf die Pakete zu verteilen.

Monika Troger opfert für die Tafel ihren Sonntag. Die 60-Jährige ist Verkäuferin bei einer Lebensmittelkette und hat zu Zeiten der Corona-Krise beruflich ohnehin viel zu tun. „Doch ab 1. Mai bin ich in Pension“, meint sie.

Auch in Sillian funktioniert die Lebensmittelausgabe durch das Rote Kreuz weiter. Dort bringen Ehrenamtliche die Pakete zu den Klienten nach Hause.


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