Migranten auf „Alan Kurdi“ sollen auf Schiff in Quarantäne

Die 156 vom deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ in Sicherheit gebrachten Migranten werden nicht in einem italienischen Hafen landen. Italien wird jedoch ein Schiff zur Verfügung stellen, auf dem die Migranten eine zweiwöchige Quarantäne unter Aufsicht des italienischen Roten Kreuzes verbringen werden, kündigte der italienische Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Sonntag an.

Die „Alan Kurdi“ befindet sich in internationalen Gewässern vor der westlichen Küste Siziliens. Wegen der Coronavirus-Epidemie sei die Landung der Migranten in Italien in dieser Phase nicht möglich, hieß es in einem Schreiben des italienischen Verkehrsministeriums.

Italien sieht sich in der Coronavirus-Krise nicht mehr als sicheren Hafen für Migranten und hatte in den vergangenen Tagen Deutschland zum Handeln bei der „Alan Kurdi“ aufgerufen. Die Berliner Regierung sei für das unter deutscher Flagge fahrende Schiff der Hilfsorganisation Sea-Eye verantwortlich, hieß es in Rom.

Die „Alan Kurdi“ ist derzeit das einzige Schiff einer Nichtregierungsorganisation, das trotz der Coronavirus-Krise im Mittelmeer Flüchtlinge aufnimmt. Die sogenannte Malta-Vereinbarung ist aktuell wegen der Krise ausgesetzt. Darin hatten sich Länder wie Deutschland bereit erklärt, einen Teil der Migranten von Rettungsschiffen aufzunehmen, die zum Beispiel in Italien ankommen. Italien hat in der Corona-Krise bisher mehr als 19.000 Tote verzeichnet, im gesamten Land gelten seit Wochen strenge Ausgangssperren.

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