Quarantäne befördert langfristig Einkommensschere

Die Einkommenseinbußen durch die Corona-Krise sind in Österreich laut einer Studie ungleich verteilt.

Die Zahl der Haushalte, die mit sehr wenig Geld auskommen müssen, ist seit Beginn der Krise gestiegen.
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Wien –Langfristig könnten die wegen der Corona-Pandemie verhängten Quarantänemaßnahmen zu steigender Einkommensungleichheit führen. Zu dieser Einschätzung kommen Fabian Kalleitner und David Schiestl vom Institut für Wirtschaftssoziologie der Uni Wien nach einer Umfrage in der Frühphase der Corona-Krise.

Die Zahl der Haushalte, die mit sehr wenig auskommen müssen, ist seit Beginn der Krise gestiegen, wie die Wissenschafter in ihrem Blog zum Austrian Corona Panel Project schreiben (http://go.apa.at/jlZyZsdB). Zudem zeigte sich, dass der Anteil der im Home-Office Arbeitenden vor allem in höheren Einkommensschichten zu finden ist. Sie mussten bis dato nur geringe Einbußen hinnehmen. Von Kurzarbeit profitierten vorwiegend mittlere Einkommensgruppen, indem diese ihnen geholfen hat, ihr Einkommen einigermaßen zu halten.

Ein Vergleich der Verteilung der Haushaltseinkommen vom Februar mit Ende März zeigt, dass die Zahl der Personen mit sehr hohem Haushaltseinkommen abgenommen hat. Zugleich wuchs die Zahl der Haushalte, die mit maximal 1100 Euro im Monat auskommen müssen. Das betrifft vor allem Personen, die bereits im Februar niedrige Haushaltseinkommen hatten.

Bei jenen, die in Kurzarbeit sind, zeigt sich, dass sie vor der Krise eher in der Mitte der Einkommensverteilung angesiedelt waren. Auch hier stieg der Anteil jener „deutlich“, die mit wenig oder sehr wenig auskommen müssen, hieß es.

Bei jenen, die nun im Home-Office arbeiten, zeigt sich, dass sie ihr Gehalt weitgehend halten konnten und dass vor allem Personen mit hohem Haushaltseinkommen von zuhause arbeiten können. Wie die Wirtschaftssoziologen erläutern, deutet dies darauf hin, dass sich die Quarantänemaßnahmen auch auf die Einkommensungleichheit auswirken könnten, da es bis dato vor allem den Personen im Home-Office gelang, einkommenstechnisch recht unbeschadet durch die Krise zu kommen und diese eher im höheren Einkommenssegment angesiedelt sind. Letztlich werde sich aber erst zeigen, wie lange dieser Zustand andauert, und wie stark sich diese Effekte auf die Verteilung der Einkommen in Österreich langfristig auswirken werden. (APA)


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